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Wechsel hinter der Fleischtheke

22 Jahre lang betrieb Rudolf Lüthi von der Hübeli-Metzg Langnau im Jakob-Markt eine Filiale und machte damit seinen Hauptumsatz. Jetzt übergibt er an Urs Hähni.

Urs Hähni (v. r.) aus Hasle-Rüegsau übernimmt mit Sohn Michael und Hans Rothenbühler die Fleischtheke im Jakob-Markt von Rudolf Lüthi. Auch die Familie Jakob freut das (zuhinterst Oliver Jakob).
Urs Hähni (v. r.) aus Hasle-Rüegsau übernimmt mit Sohn Michael und Hans Rothenbühler die Fleischtheke im Jakob-Markt von Rudolf Lüthi. Auch die Familie Jakob freut das (zuhinterst Oliver Jakob).
Thomas Peter

Der eine spricht von «da oben», der andere von «da unten», und beide meinen Zollbrück. Genauer: die Fleischtheke im Jakob Markt. Wer spricht? Urs Hähni, Inhaber der Metzgerei Hähni in Rüegsau unten, und Rudolf Lüthi, Chef der Hübeli-Metzg in Langnau oben.

Was die beiden mit­einander zu tun haben? Viel. Sie kennen sich schon lange, nennen beide ihre Beziehung kameradschaftlich. Lüthi bezieht sein Schweinefleisch bei Hähni. Räuchert seine Würste in dessen Küche. Und Hähni übernimmt ab dem 29. Januar Lüthis Fleischtheke im Jakob-Markt.

Lange Öffnungszeiten

«Ich werde dieses Jahr pensioniert», sagt Rudolf Lüthi auf Anfrage. Deshalb wolle er zwar nicht unbedingt kürzertreten, aber etwas an Verantwortung abgeben. 22 Jahre lang hat er die Theke als zweite Filiale der Hübeli-Metzg geführt und dort, wie er sagt, ei­nen Hauptteil seines Umsatzes erwirtschaftet.

«Klar ist man nach so langer Zeit etwas wehmütig», sagt er. Die Zusammenarbeit mit der Familie Jakob sei reibungslos und sehr angenehm ­gewesen. Und doch hätten die langen Öffnungszeiten ihn stets gefordert.

Der Jakob-Markt ist von Montagmorgen bis Samstagnachmittag geöffnet, auch über den Mittag. «Da musste man ständig präsent sein», sagt Lüthi. «Dort unten war immer etwas.»

Vor allem aber war die Kundenfrequenz hoch. Höher als bei ihm im Laden. «Es hatte immer Kunden, auch von weit her, praktisch aus der ganzen Schweiz», sagt Lüthi. «Und wo Leute sind, kann man auch etwas verkaufen.» Natürlich müsse man sich dafür auch Mühe geben. Nun sei aber eben genug.

Auch sein Filialleiter sei vergangenes Jahr pensioniert worden, deshalb sei es jetzt Zeit für einen Wechsel. Seine Metzgerei in Langnau führt er noch weiter. Die Fleischtheke aber übergibt er in «sichere» Hände, wie er es ausdrückt. «Ich bin froh, übernimmt ein kompetenter Mann», sagt Lüthi noch.

Und meint damit Urs Hähni. Er führt die gleichnamige Metzgerei in Rüegsau gemeinsam mit seiner Familie. Drei Generationen ar­beiten dort unter einem Dach: Franz, Urs und der Sohn Michael. Nächstes Jahr feiert die Metzgerei ihr 60-jähriges Bestehen. Die Hähnis produzieren noch alles selber, von A bis Z, wie Hähni sagt. Und alles aus der Region.

Die Klassiker bleiben

«Rudolf Lüthi und ich sind gute Kollegen», sagt Hähni am Telefon. «Er hat mich angefragt, ob ich die Filiale übernehmen wolle.» Und das will er. Von Rüegsau rauf nach Zollbrück sind es fünfzehn Minuten mit dem Auto.

Laut Hähni wird auch weiterhin in Rüegsau geschlachtet, ausgebeint und verpackt, dann werden die frischen Produkte jeden Morgen rauf nach Zollbrück geliefert und erst vor Ort pfannen- und küchenfertig gemacht.

Die heutige Auswahl soll aber höchstens etwas erweitert werden, wie Hähni erklärt. Die «beliebten» Cordon bleu, Chümi- und Schweinsbratwürste, die Fleischtöpfe, die wird es auch weiterhin im Angebot haben.

Dafür sorgt eine Angestellte, die Hähni von Lüthi übernimmt und die alle Rezepte kennt. «Wir beschäftigen eine Vollzeit- und zwei Teilzeitangestellte zu je 50 Prozent weiter», sagt Hähni. Frisch zum Team kommen zwei neue Vollzeit- und eine Teilzeitmitarbeitende.

Auch das grosse Angebot an Fisch wird weitergeführt. Im gleichen Rahmen wie bisher, meint Hähni. Nur vielleicht etwas vielfältiger. «Schliesslich wird nirgends so viel Fisch verkauft wie im Jakob-Markt.»

Mit Zuversicht

Wenn Urs Hähni in die Zukunft blickt, ist er zuversichtlich. «Ich habe die Zahlen von Rudolf Lüthi bekommen», sagt er. «Die Um­sätze sind jenen in unserem ­Laden in Rüegsau ähnlich und daher vielversprechend.»

«Die Umsätze sind jenen in unserem Laden in Rüegsau ähnlich und daher vielversprechend.»

Urs Hähni, Metzger

Jetzt hoffe er einfach auch auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Gewerbe und den Vereinen im Dorf. «Wir würden gern ein Teil der Gemeinden Lauperswil und Rüderswil werden», sagt er. «Wir möchten nicht nur als Theke, sondern als eine vollwertige Metzgerei in den Dörfern wahrgenommen werden.»

Zuversichtlich ist auch Fritz Jakob, der Inhaber des Jakob-Markts. «Wir sind sehr positiv ­gestimmt», sagt er. «Sonst hätten wir es ja nicht gemacht.» Hähni und sein Sohn hätten gute Ideen. Er freue sich auf die Zusammenarbeit.

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