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Wenn der Bus am Stromtropfen hängt

Elektrische Busse sind keine Zukunftsmusik mehr. Ob sie in Burgdorf zum Einsatz kommen, steht aber noch in den Sternen.

Bei der Flash-Ladestation wird das Fahrzeug von Volvo mit Energie versorgt.
Bei der Flash-Ladestation wird das Fahrzeug von Volvo mit Energie versorgt.
zvg

Fahrzeuge ohne Fahrer und Apps, auf denen Privatpersonen ihre Autos oder Parkplätze vermieten. Neue Kommunikationstechnologien, neue Formen der Mobilität und neue Energiequellen bringen den Verkehr in Bewegung. Auch in Burgdorf. «Wir müssen bei Projekten stets künftige Szenarien einbeziehen», sagt Stadtpräsident Stefan Berger. So müsse das geplante Busterminal beim Bahnhof Burgdorf Möglichkeiten für künftige Entwicklungen bieten, sagt Berger.

Weniger Lärm

Eine solche Entwicklung sind elektrisch betriebene Busse. Diese waren am Montagabend Thema. Die Stadt organisiserte einen runden Tisch zur Mobilität. Der Einsatz von E-Bussen ist kein utopisches Szenario. In Genf verkehren die rein mit Strom betriebenen Fahrzeuge ohne Oberleitung bereits seit 2016. Und auch in Bern startet bald ein Pilotprojekt: Ab Herbst 2018 fahren zwischen Köniz-Weiermatt und dem Bahnhof fünf elektronische Gelenkbusse.

«Sie stossen keine Abgase aus und verursachen weniger Lärm», benennt Markus Anderegg, technischer Leiter bei Bernmobil, die Vorteile. Es gibt aber auch einige Herausforderungen. Die offensichtlichste ist die Versorgung mit Strom. Ist die Batterie geladen, kann ein E-Bus bis zu 250 Kilometer ohne Nachladung fahren. Herrschen keine Idealbedingungen, ist die Batterie wesentlich schneller leer. Einfluss haben die Topografie und auch das Klima. Höhenmeter fressen Strom. Und im Sommer und im Winter braucht es mehr Energie, um den Bus entweder zu heizen oder zu kühlen.

Damit die Fahrzeuge nicht auf halber Strecke stehen bleiben, setzt man in Bern auf sogenannte Schnellader an der Endhaltestelle. Unter der Flash-Ladestation dockt ein Ladearm auf dem Dach des Busses an und sorgt innert weniger Sekunden für frische Energie.

Grosse Investition

Das ausgeklügelte System hat ­seinen Preis. Die Berner Elektrobusse sind derzeit noch einiges teurer als solche, die mit Diesel betrieben werden. Ein Fahrzeug der Firma Hess kostet mit 800'000 Franken rund 200'000 bis 300'000 Franken mehr als die konventionelle Ausführung. Zudem schlägt die Ladestation mit einer Million Franken zu Buche.

Den Anschaffungskosten setzt Andreas Heuke die Energieeffizienz entgegen. Er ist Verantwortlicher für E-Bus-Projekte bei Volvo. So würde ein elektrischer Bus 90 Prozent der Energie in Fahrenergie übertragen. Bei einem Dieselbus hingegen würden nur 30 Prozent der Energie genutzt.

Volvo setzt seit 2010 auf die neue Antriebsform. Doch will Heuke den E-Bus nicht als Allrounder anpreisen. «Der elektrische Bus ist nur dort gut, wo er hinpasst», sagt er. Es müsse eine Versorgung mit sauberem Strom gewährleistet sein. Zudem spiele die leise Fahrweise ausserorts keine Rolle mehr. «Ab 45 Kilometer pro Stunde werden die Motorengeräusche durch die Rollgeräusche der Räder übertönt», sagt Heuke.

Auch in der Region?

Die Strecken der Busland AG , die quer durchs Emmental verlaufen, bieten sich also nicht un­bedingt an, könnte man meinen. «Bei weiteren Distanzen wären wohl Hybridbusse sinnvoller», meint Manuela Lüthi, Leiterin Marketing und Angebote bei der Busland AG. Also Fahrzeuge, die je nach Bedarf mit Strom oder Diesel fahren.

Ein Pilotprojekt mit rein elektrisch betriebenen Bussen könnte sich Lüthi hingegen in der Stadt Burgdorf vorstellen. Doch wird dies wohl nicht in der nächsten Zeit passieren: «Wir sind zu klein, um schon jetzt ein solches Projekt zu starten.» Bei der nächsten Fahrzeuganschaffung im Jahr 2021 werde man aber alternative Antriebsformen in Betracht ­ziehen.

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