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Zügelt die Verwaltung ins Schulhaus?

Mit einem klaren Ja zur Überbauungsordnung hat die ausserordentliche Gemeindeversammlung dem Bauvorhaben eines Gewerbebetriebes zugestimmt. Wie es mit dem Schulhaus Thal weitergeht, ist dagegen unklar.

Bewegt die Gemüter: Die Meinungen, wie die Anlage Thal genutzt werden könnte, gehen auseinander.
Bewegt die Gemüter: Die Meinungen, wie die Anlage Thal genutzt werden könnte, gehen auseinander.
Thomas Peter

Die Hüsler Bau- und Landma-schinen GmbH in Heimisbach kämpft seit längerem mit Platz-problemen. Das wird sich nun ändern. An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung Trachselwald im Restaurant Bären, Heimisbach, wurde die Überbauungsordnung Brösu mit Baubewilligung einstimmig gutgeheissen.

Somit kann die Firma, die 13 Mitarbeiter beschäftigt, einen Neubau sowie am bestehenden Gebäude einen Anbau realisieren; dies unter Vorbehalt der Genehmigung durch das Amt für Gemeinde und Raumordnung.

«Die Überbauungsordnung war nötig, weil sich die Fläche rund um die Liegenschaft in der ­Landwirtschaftszone befindet», erklärte Gemeindepräsidentin Kathrin Scheidegger und fügte an, dass es bereits beim öffentlichen Mitwirkungsverfahren keine Eingaben gegeben habe.

Rege Diskussion

Kam es beim ersten Traktandum zu keiner einzigen Wortmeldung, häuften sich dagegen beim zweiten Thema die Meinungen: Der Gemeinderat informierte über Nutzungsmöglichkeiten des Schulhauses Thal.

Seit 2014 werden hier keine Schüler mehr unterrichtet. Im Dezember 2015 wehrte das Stimmvolk an der Gemeindeversammlung den Ver-kauf des Schulhauses ab. Statt-dessen wurde ein Rückweisungsantrag gestellt, der angenommen wurde.

In der Folge haben der Gemeinderat und die Arbeitsgruppe Schulhaus Thal fünf Nutzungs-möglichkeiten für das Gebäude ausgearbeitet, die nun den 87 Anwesenden präsentiert wurden. Beide Gruppen listeten Pro und Contra auf. Scheidegger betonte, dass die geprüften Varianten nur auf der bestehenden Faktenlage basieren und keine Offerten eingeholt wurden.

Hohe Kosten

Eine Möglichkeit, die bereits an der Gemeindeversammlung 2015 von Bürgern genannt wurde, ist der Umzug der Verwaltung vom Chramershus ins Schulgebäude. Christoph Gasser, Mitglied der Arbeitsgruppe, sieht darin die Vorteile, dass die Turnhalle, der Park- wie auch der Rasenplatz weiterhin öffentlich genutzt werden könnten.

Zudem könnte im Erdgeschoss der Liegenschaft Chramershus eine Wohnung realisiert werden, was zusätzliche Einnahmen bedeuten würde. Betreffend die Nutzung der Turnhalle waren sich beide Parteien einig. Scheidegger betonte jedoch, dass der Umbau an zwei Standorten hohe Kosten verursachen würde und eine Steuererhöhung nicht auszuschliessen sei.

In Betracht gezogen wurde weiter die Einrichtung einer Asylunterkunft. Eine andere Option wäre, dass die Gemeinde selber Wohnungen einbaut und vermietet. Oder dass eine Trägerschaft, beispielsweise eine AG oder Genossenschaft, das Gebäude kauft. Und nicht zuletzt wurde der Vorschlag gemacht, das Schulhaus im jetzigen Zustand zu belassen.

Eine Konsultativabstimmung zeigte, dass die Bevölkerung mit den beiden Varianten «Umzug Verwaltung» und «Gründung einer Trägerschaft» liebäugelt. Das Resultat ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da es bei jeder der fünf Abstimmung auch Stimmenthaltungen gab.

Nun liegt der Ball wieder beim Gemeinderat: Er wird das Vorgehen bestimmen. An der ordentlichen Gemeindeversammlung am 6. Juni wird das Schulhaus Thal erneut auf der Traktandenliste stehen.Zum Schluss des Anlasseswurde ­informiert, dass sich die Arbeitsgruppe Schulhaus Thal auflöse und neu als Verein Trachselwald.info fungiere.

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