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Zwei Fussgängerstreifen verschwinden

Der Gemeinderat von Utzenstorf macht Ernst: Er hat das Konzept Verkehrsberuhigung in Quartieren genehmigt und der Bevölkerung präsentiert. Zu reden gab vor allem die ­Aufhebung einer Fussgängerquerung.

Gerade im Feldeggquartier sind immer wieder Autofahrer zu schnell unterwegs (Archivbild: Thomas Peter).
Gerade im Feldeggquartier sind immer wieder Autofahrer zu schnell unterwegs (Archivbild: Thomas Peter).

Tempo 30 in Utzenstorfs Quartieren: Das ist grundsätzlich unbestritten, wie sich an der Informationsveranstaltung der Gemeinde am Dienstagabend nicht zum ersten Mal zeigte. Die Bewohner wollen mehr Sicherheit im Dorf, vor allem für die Kinder und schwächeren Verkehrsteilnehmer. Dennoch bleibt ein strittiger Punkt: Die Aufhebung von Fussgängerstreifen. Zwei solche werden im Rahmen der Umsetzung des Projekts beseitigt. Einer auf der Ey­strasse, einer auf der Gotthelfstrasse.

Einige Eltern gaben den Verantwortlichen der Gemeinde sowie der externen Fachbegleitung zu verstehen, dass sie die Aufhebung nicht nachvollziehen können. Sarah Droz von der Firma Kontextplan AG erklärte, Fussgängerstreifen seien in Tempo-30-Zonen gesetzlich nicht erlaubt – «ausser sie befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Schulen oder Heimen». Das trifft auf die beiden erwähnten Fussgängerstreifen jedoch nicht zu.

Mit gelben Füssen markiert

Vor allem um die Querung bei der Kreuzung Bahnhofstrasse/Gotthelfstrasse entlud sich eine intensive Diskussion. Denn diese Kreuzung wird von Schulkindern, aber auch von vielen Erwachsenen auf dem Weg zum Bahnhof genutzt. Utzenstorfs Bauverwalter Hanspeter Rentsch erklärte, anstatt des Streifens werde die Stelle als empfohlene Querung mit gelben Füssen markiert.

Zudem müsse in diesem Bereich die Strassenbeleuchtung angepasst werden. Einige Eltern schlugen vor, diesen Abschnitt auf der Gotthelfstrasse von der Tempo-30-Zone auszunehmen. Rentsch und Droz entgegneten, das sei nicht sinnvoll, weil sonst auf einem Strassenabschnitt von etwa 100 Metern 50 km/h gelten würde, während überall sonst Tempo 30 eingeführt würde.

Kosten: Unter 250'000 Franken

Das Projekt Verkehrsberuhigung in Utzenstorfs Quartieren wurde vom Gemeinderat und einer Arbeitsgruppe in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet und nun vorgelegt. Auch eine Mitwirkung wurde durchgeführt. Immerhin 40 Eingaben wurden eingereicht. Diese seien soweit möglich in die jetzige Endfassung des Konzepts eingeflossen, sagte Sarah Droz.

Der Gemeinderat hat dessen Umsetzung kürzlich genehmigt. Die Kosten für die Verkehrsberuhigung in den Quartieren werden sich laut Hanspeter Rentsch in der Kompetenz des Gemeinderates bewegen – also maximal bei 250'000 Franken.

Zwei Verfahren nötig

«Tempo 30 wird auf allen Strassen eingeführt, die nicht als Hauptachsen dienen», erklärte Rentsch. Die Kantonsstrassen und die grösseren Gemeindestrassen würden nicht ins neue Verkehrsregime integriert und ihre Verbindungsfunktion behalten. Für das Konzept wurde die Gemeinde in sieben Zonen eingeteilt: Zentrum/Ey/Schachen; Zentrum-Nord; Feldegg; Linden; Weissenstein; Schlossstrasse; Rüti.

Die Verkehrsberuhigung muss nun laut Rentsch als Nächstes vom kantonalen Tiefbauamt genehmigt werden. Danach starte das Bewilligungsverfahren. Es brauche einerseits eine Bewilligung für bauliche Massnahmen, andererseits eine für die Signalisation. Dafür seien zwei separate Verfahren nötig, die aber zeitgleich beim Regierungsstatthalteramt aufgelegt werden sollen, sagte er. Das soll den Bürgern die Übersicht erleichtern.

Laufe alles planmässig, werde das Konzept 2018/2019 umgesetzt, sagte Droz. Dabei wolle man die Massnahmen in einigen Quartieren zeitgleich mit Strassenerneuerungsprojekten umsetzen. Über diese wird im Mai ­allerdings noch an der Urne abgestimmt.

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