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Endlich: Licht am Ende des Tunnels

Viel zu spät und viel zu teuer: Der Durchbruch

Max Baumgartner sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. Wortwörtlich. Am Dienstag trafen die beiden Rohrteile in der neuen Kanalisation beim Busswiler Bahnhof aufeinander. Nun kann die Abwasserleitung eingeführt werden. Für Gemeinderat Max Baumgartner (parteilos) ist dies wohl einer seiner glücklichsten Tage. Seit über einem Jahr versuchte man diese eigentlich simple Übung zu vollenden. Vergebens. Aareschutt und Grundwasser machten es praktisch unmöglich, die 65 Meter lange Kanalisationsröhre unter den SBB-Geleisen hindurchzutreiben. Die Maschinen standen immer wieder still, die Bauarbeiter immer wieder vor neuen Problemen (wir berichteten). «Ich hatte schon Angst, dass die Busswiler ihre Fäkalien in Kübeln ins Pumpwerk tragen müssen», sagt Baumgartner. Das Ende bei 50 Metern Im April konnte die beauftragte Firma Huber Leitungsbau GmbH aus Buttisholz LU den Gleisbereich unterfahren. Doch nach 50 Metern und dem Entfernen einer gut 400-jährigen Eiche ging überhaupt nichts mehr. Die Baufirma musste von der Gegenseite her die restlichen 16 Meter Rohr in den Boden rammen. Das ist nun geglückt. Die zwei Rohrteile trafen aufeinander und verbinden die beiden Schächte östlich und westlich der Bahnlinie. «Der Rest sollte nun kein Problem mehr sein», sagt Baumgartner. Bis spätestens Ende Juni soll die Kunststoffleitung eingeführt und die Kanalisation fertiggestellt sein. Das Geld reicht nicht. Im Dezember 2008 sprach die Gemeindeversammlung 660000 Franken für die neue Röhre. In einer zweiten Runde wurde der Kredit auf 880000 Franken erhöht. Nun ist eine dritte Bitte nötig: Der Gemeinderat beantragt einen zweiten Nachtragskredit in Höhe von 120 000 Franken, um die Mehrkosten zu decken. Somit steigen die Baukosten auf eine Million Franken. «Ein schlechtes Geschäft» «Der eine oder andere Bürger wird an der Versammlung vom 26.Mai wohl schon ein bisschen reklamieren», befürchtet Baumgartner. Doch grundsätzlich seien die Busswiler immer hinter dem Projekt gestanden. Auch Baufirmeninhaber Josef Huber atmet auf. «Nur ein bis zwei Prozent aller meiner Aufträge sind so ein Härtefall wie Busswil.» Die Verzögerung ist für Huber mit massivem Mehraufwand verbunden. «Finanziell war es ein schlechtes Geschäft.» Blickt Huber zurück, hätte er nichts besser machen können, sagt er. Blickt Huber nach vorne, weiss er: Neue Maschinen müssen auf den Markt. «Wir sind nun daran, mit deutschen Firmen bessere Bohrköpfe zu entwickeln.» Die sollen auch bei schwierigsten geologischen Verhältnissen ihre Arbeit verrichten können.Simone Lippuner >

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