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Er dreht Filme aus Leidenschaft

Heinz Sommerhalder

Sein Reich: ein kleines Büro in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses in Bützberg. Der Arbeitstisch ist umgeben von sieben Bildschirmen, darunter stehen die dazugehörenden Computer. Auf einem Gestell liegen in Reih und Glied fünf Videokameras. Hier stellt Heinz Sommerhalder seine Dokumentarfilme her. Der 66-Jährige hat bereits mehrere aufwendige Produktionen herausgebracht. Sein letztes Werk heisst «Das Justistal». Eben hat Sommerhalder die dritte Version des Films beendet, «die endgültige», wie er sagt. «Für die erste Präsentation pressierte es. Da sieht man im Nachhinein immer wieder einiges, was man besser machen kann.» Den Film über Landschaft und Leben im Tal hoch über dem Thunersee hat Heinz Sommerhalder schon einige Male gezeigt, zum Beispiel in Sigriswil, zu dessen Gemeindegebiet ein Teil des Justistals gehört. «Die Kirche war zweimal berstend voll», erzählt der Filmer. Und: Er habe viel Lob erhalten. Kein Film über den Käse Der gut einstündige Film, den Sommerhalder als DVD verkauft, ist ein eindrückliches Dokument über ein Tal, das besonders die Unterländer kaum kennen. Gehört hat man vielleicht vom «Chästeilet» im Justistal. Dieser findet am Ende der Alpzeit statt und lockt jeweils viele Touristen an. Aber: «Ich wollte keinen Käsefilm machen. Solche gibt es schon viele», betont Sommerhalder. So hat er recherchiert, ist ins Justistal gefahren und hat sich sein eigenes Drehbuch zurechtgelegt. Der Film zeigt nun nicht nur die landschaftlichen Reize des Justistals, sondern vor allem das Leben der Leute auf den neun Alpen, die im Sommer bewirtschaftet werden. Zu sehen ist zum Beispiel auch eine Berggemeindeversammlung, an der es zu harten Diskussionen kommt. Das Leben der Älpler wird dem Zuschauer nahegebracht – vom Alpaufzug über den Wechsel auf höhere Alpen bis hin zu den Problemen der Wasserversorgung. Gegen Schluss fehlt auch der Käseteilet nicht. Der Film enthüllt dabei, wie der Käse aufgeteilt wird – ein Prozedere, das jeweils sogar den Zuschauern vor Ort Rätsel aufgibt. Zwei Jahre Arbeit Heinz Sommerhalder zeigt auf ein Kistchen in seinem Büro. Es ist prall gefüllt mit Digitalkassettchen – 420 Stunden Filmmaterial. Ungezählte Male reiste der Filmer ins Oberland und blieb oft ein paar Tage im Tal. «Ich habe mit den Leuten gelebt», sagt er. Und er hat gefilmt und zu Hause geschnitten. Die Stunden vor den Computern kann er gar nicht zählen. Zwei Jahre dauerte die Arbeit. Zehntausende von Franken steckte er in den Film, in Kameras, Filmmaterial, Autofahrten, Schnittprogramme und DVD-Herstellung. Nun ist Sommerhalder glücklich, dass er den Film verkaufen kann. In den letzten Monaten sind schon einige Hundert DVDs weggegangen. «Wahnsinnig spannend» sei das Filmen, schwärmt der Rentner. Früher stellte er als Curlingtrainer Videoanalysen her und filmte hobbymässig auf Reisen. Doch nach seiner Pension spezialisierte sich der frühere Besitzer einer Fahrzeugbaufirma auf Dokumentarfilme. Er besuchte Filmschulen und lernte das Metier von der Pike auf. «Ich bin ehrgeizig», sagt er von sich. «Wenn ich etwas mache, will ich der Beste sein. Mittelmässigkeit akzeptiere ich nicht.» Der Justistal-Film ist das dritte grosse Werk von Heinz Sommerhalder. Zuvor produzierte er einen Film über Rollstuhlcurling und einen über die Eisenbahnreise mit dem Voralpenexpress von Luzern nach Romanshorn. Sein Bahnfilm beschränkt sich nicht auf die Darstellung der Strecke und der Fahrt. Vielmehr macht er immer wieder Abstecher zu Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Projekt Hirnzentrum Bereits sind neue Projekte in Arbeit. Sommerhalder plant einen Film über die Institution Qualifutura in Gadmen, wo arbeitslose Jugendliche betreut werden. Und in Roggwil wird er die Entstehung des geplanten Zentrums für Hirnverletzte dokumentieren. Und Spielfilme? Die sind nicht sein Metier: «Ich suche die Wahrheit, das Originale. Ein Dokument, das ohne Regieanweisungen entstanden ist.» So wie im Justistal. Herbert Rentsch Vorführung: Justistal-Film von Heinz Sommerhalder mit dem Jodlerklub Bützberg und einem Alpkäseapéro, Donnerstag, 6.Mai, 20 Uhr; Aula Schulhaus Bützberg (Eintritt frei). Verkauf: Die DVD «Justistal» ist erhältlich bei H. Sommerhalder, Feldstr. 8, 4922 Bützberg. hsommerhalder@besonet.ch. >

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