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«Er hat sogar ein Grundsatzurteil erwirkt»

Thuner StadtratTraditionell werden am Stadtratsschlussabend die Zurückgetretenen und Pensionierten verabschiedet: So kam es, dass der

Die humorvollen und Interna verbreitenden, jedoch nicht allzu ernst gemeinten Verabschiedungen des ehemaligen Stadtpräsidenten Hansueli von Allmen (SP) für die zurückgetretenen und abgewählten Stadtratsmitglieder waren legendär – und gehören seit einem Jahr der Vergangenheit an. Der neue Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) trat gar nicht erst in dessen Fussstapfen auf diesem Gebiet, sondern teilte die Würdigungen auf – ohne jedoch selbst ebenfalls eine zu übernehmen. So kam es, dass er in seiner ersten Verabschiedung als Stadtpräsident dem wohl für immer amtsältesten Teilnehmer an Stadtratssitzungen die Ehre gab. «René E.Gygax schrieb mehr als drei Jahrzehnte und davon 29 Jahre lang als Chefredaktor für das ‹Thuner Tagblatt› und war bestimmt an über 30 Verabschiedungen dabei», eröffnete Lanz am Freitag den Jahresabschlussabend nach der Sitzung des Stadtrats (vgl. Artikel unten), den der singende Plättlileger Roberto Brigante musikalisch begleitete. Lanz stand am Tisch, Gygax sass daneben und schaute ihm zu. Der Stapi erinnerte daran, dass in diesen Jahren die Zahl der Abonnenten von rund 13000 auf gut 24000 gestiegen sei und erwähnte Gygax’ These, wonach der Lokaljournalismus die anspruchsvollste aller journalistischen Arbeit in Tageszeitungen sei. «Wenn einer mit spitzer Feder gegen den US-Präsidenten schreibt, erhält er kaum Reaktionen – im Lokaljournalismus jedoch fallen diese unmittelbar und direkt aus», erwähnte Lanz und schaute augenzwinkernd zu seinem «Opfer» hinab. «Unter dem Kürzel gx schrieb Gygax etliche bissige Kommentare, die einige ärgerten und andere freuten.» Zudem sei einer seiner Kommentare vom Presserat beurteilt worden, was sogar zu einem Grundsatzurteil geführt habe: «Man darf in Kommentaren politisch unkorrekt sein», las der Stapi aus dem Urteil vor, worauf das Rätselraten in den Reihen begann und der ehemalige TT-Chefredaktor Lanz’ Schlussworte klatschend und augenzwinkernd verdankte. «Christoph ist sein Vorname, und wenn er Schwinger wäre, würde er Peter heissen»: Thomas Hiltpold, der für seine spitze Zunge bekannte und talentierte Redner der Grünen, hatte die Lacher in seiner Verabschiedung von Christoph Peter auf seiner Seite. «Sein Einsatz für Goldiwil ist legendär», sagte Hiltpold schmunzelnd über Peter und bezeichnete ihn als «schillernde Persönlichkeit», die ein «klassischer Nachrutscher» sei und dynamisch die Pläne der einstigen stadträtlichen SVP-Allianz JLP (Jost, Lanz, Peter) verkündet habe. «Du wolltest schon mit vier Jahren Bauer werden – und nun bist Du es», sagte Hiltpold in seinen Worten über den, der von Thun weggezogen war, um sich seinen Traum zu erfüllen (Peter ist heute Betriebsleiter eines Landwirtschaftsbetriebes in Bärau). Verabschiedet wurden auch die FDP-Stadträte Carlos Reinhard (vgl. Ausgabe vom Samstag) und Michael Lüthi sowie EDU-Stadtrat David Külling. Franziska Streun>

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