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Erich Hess will weiter kämpfen

Erich Hess (SVP) geht

Entweder konnte er seine Enttäuschung gut verbergen, oder Erich Hess nahm die Abstimmungsniederlage tatsächlich äusserst gelassen entgegen. Noch bevor er die Resultate seiner Reitschul-Initiative erfahren hatte, schlich der SVP-Grossrat durch die Gänge des Stadtberner Regierungsgebäudes, den Erlacherhof. Dort verkündete er lächelnd, dass er sowieso nicht an den Erfolg glaube, da Dreiviertel der Berner linksgrün ticken. «Ich freue mich, dass das Ausländerstimmrecht abgelehnt wurde.» Das sei wichtiger als die Reitschulschliessung. «Schlafe heute schlecht» Kurz darauf wurden die städtischen Resultate bekannt: 68,4 Prozent sprachen sich gegen den Verkauf der Reitschule aus. Erich Hess gab Interviews, er ging von Radiomikrofon zu Fernsehkamera. Und dann, nach einer Weile, gab er doch noch den Enttäuschten. «Ich schlafe heute mit einem schlechten Gefühl ein, weil mir klar wurde, dass nicht für alle die gleichen Rechte gelten.» Sein Kampf gegen den Schandfleck werde weitergehen. Nicht auf städtischer Ebene zwar, «das macht keinen Sinn», aber von jetzt an im ganzen Kanton Bern. «Denn eine kantonale Abstimmung hätten wir gewonnen.» Er reiche demnächst einen Anti-Reitschule-Vorstoss ein, sagte SVP-Grossrat Hess. Tschäppät möchte singen Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) reagierte gewohnt euphorisch aufs Abstimmungsresultat. Am liebsten würde er vor Freude etwas vorsingen, sagte er vor den Medien. Er sei «mehr als stolz» aufs Berner Stimmvolk. «Es hat einer populistischen und jugendfeindlichen Initiative eine Absage erteilt.» Bereits vier Mal hätten sich die Berner an der Urne zur Zukunft des alternativen Kulturzentrums geäussert. Das jüngste Resultat ist laut Tschäppät auch das klarste. «Je öfters in Bern über die Reithalle abgestimmt wird, desto stärker fällt das Bekenntniss der Bevölkerung aus.» GB-Stadtrat Hasim Sancar sagte: «Die Reitschule ist sichtbar und unverzichtbar.» Und Flavia Wasserfallen, Präsidentin der SP Stadt Bern, zog einen Vergleich zum Fussball: «Das Stimmvolk hat einen Weitschuss im hohen Eck versenkt. Jetzt stehts 5:0 für die Reithalle.» «Manchmal ein Ärgernis» Zu den 31,6 Prozent Stimmbürgern, welche die Reitschule schliessen möchten, sagte Wasserfallen: «Das sind genau jene Leute, die noch nie dort waren.» Etwas differenzierter drückte sich der Stadtpräsident aus: «Die Reitschule ist manchmal auch ein Ärgernis.» Tschäppät appellierte an die Organisatoren des Antifaschistischen Abendspaziergangs, der nächstes Wochenende in Bern stattfindet: «Ich wünsche mir eine gewaltfreie Demo – als Gegenleistung an die Stimmbürger für ihr Vertrauen.» Tobias HabeggerAbstimmungsresultat: Initiative «Schliessung und Verkauf der Reitschule»: 31,6% Ja (11 610 Stimmen), 68,4% Nein (25 122), Stimmbeteiligung: 47,1%.>

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