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Erst Ärger, dann Freude

Christoph Kunz (Reichenbach) hat mit Silber im Riesenslalom die erste Medaille für die Schweiz gewonnen.

24 Stunden vor dem Rennen sagte Christoph Kunz selbstsicher, sollte es im Riesenslalom nicht mit einer Medaille klappen, wäre er enttäuscht. Nach dem ersten Lauf auf der Olympia-Frauen-Abfahrtsstrecke in Whistler waren allfällige Zweifel ausgeräumt. Mit einem Traumlauf nahm der 28-jährige Mono-Skibobfahrer aus dem Berner Oberland dem deutschen Favoriten und Slalom-Gewinner Martin Braxenthaler 42 Hundertstel ab und ging in Führung. «Der Lauf war wirklich gut. Aber ich wusste auch, dass Braxenthaler im zweiten Durchgang volles Risiko gehen und schwer zu bezwingen sein würde.» Im zweiten, bei irregulären äusseren Bedingungen (Regen, Nebel und Wind) ausgetragenen Durchgang verlor Kunz über drei Sekunden auf den Seriensieger aus Deutschland. «Mir war im oberen Teil klar, dass ich nicht gewinnen konnte. Irgendwie fand ich den Rhythmus nicht. Zwischen Braxenthaler und mir war die Entscheidung insofern fair, als wir die gleich schlechten Bedingungen hatten», erklärte der durchnässte und schlotternde Zweite nach dem sechseinhalb Stunden dauernden Rennen. Plastikteile auf der Piste Als von den Spitzenleuten nur noch Kunz und Braxenthaler oben standen, wurde das Rennen für längere Zeit unterbrochen und wegen starken Windes die Zielbänder abgebaut. «Unverständlich, was da ablief», deckte sich die Einschätzung von Kunz mit jener anderer Athleten. Als ihm mitgeteilt wurde, es dauere noch 30 Sekunden bis zum Start, musste er die Startrichter darauf hinweisen, dass noch Plastikteile in der Piste lägen. Der Unterbruch dauerte weitere drei Minuten. Bei der Zieldurchfahrt war der Ärger über den verpassten Sieg zuerst grösser als die Freude über Rang zwei. Wenige Minuten später war alles anders. «Ich freue mich riesig», sagte der 28-Jährige. «Während der Olympischen Spiele, als Défago oder Janka Gold holten, habe ich oft daran gedacht, wie es wohl wäre, auf dem Podest zu stehen. Es ist ein wunderschönes Gefühl.» Ein Tor verpasst Die blinde Nadja Baumgartner (Zollikofen) lag mit Guide Chiarina Sawyer (Bern) nach dem ersten Durchgang auf Rang drei. Im zweiten Lauf erwischte Baumgartner nach der zu jenem Zeitpunkt besten Zwischenzeit einen Schlag und verlor für einen Moment den Kontakt zum Guide. Dadurch verpasste sie ein Tor. Eine katastrophale Leistung zeigte das Rollstuhl-Curlingteam gegen Kanada. Die Einheimischen schrieben im vierten End fünf und im sechsten sechs Steine. Die Halbfinalqualifikation ist für die Schweiz nur noch mit mindestens drei Siegen in den nächsten vier Partien möglich. Urs Huwyler, Whistler >

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