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Erstmals Frau an der Spitze

Sonja Reichen-Geiger hat die Ausmarchung gegen Heinz Wattinger klar für sich entschieden. Sie vereinigte rund zwei Drittel der Stimmen in ihrer Person. Damit regiert erstmals eine Frau die Gemeinde Oberhofen.

«Alea iacta est – die Würfel sind gefallen!» Mit diesen Worten aus dem Lateinischen, die auf einen Ausspruch von Gaius Julius Caesar aus dem Jahr 49 v.Chr. zurückgehen, eröffnete der scheidende Oberhofner Gemeindepräsident Manfred Ammann (BDP) gestern eine seiner letzten Pressekonferenzen. Dabei ging es um nichts Geringeres, als seinen Nachfolger der Öffentlichkeit zu präsentieren. Besser gesagt: seine Nachfolgerin. Denn Sonja Reichen-Geiger (44) setzte sich gegen ihren FDP-Parteikollegen Heinz Wattinger (62) durch. Damit wird die Gemeinde Oberhofen ab dem 1.Januar 2011 erstmals von einer Frau regiert. «Das historische Ausmass meines Wahlerfolgs bin ich mir gar nicht bewusst», sagte Sonja Reichen-Geiger. Das Geschlecht sei aus ihrer Sicht heute auch nicht mehr ausschlaggebend. «Die Person muss im Zentrum stehen», so das neue Oberhaupt. Die Stimmbeteiligung lag bei ordentlichen 58 Prozent. In absoluten Zahlen heisst das: 1046 der 1805 stimmberechtigten Oberhofner machten von ihrem Stimm- und Wahlrecht Gebrauch. 72 Bürger konnten sich zwischen den beiden Kandidaten nicht entscheiden und legten entweder leer ein oder beteiligten sich nur an den eidgenössischen Vorlagen. Zehn Oberhofner wählten andere als die beiden zur Wahl stehenden Personen. So konnte sich auch der abtretende Präsident Ammann über eine Stimme freuen. Gar drei Zeitgenossen stimmten für Mundartrocker Polo Hofer Für die beiden Offiziellen gingen insgesamt 964 Stimmen ein. Sonja Reichen-Geiger vereinigte 608 (63 Prozent) auf sich, Heinz Wattinger 356 Stimmen (37 Prozent). In der Stunde der bitteren Niederlage hatte Heinz Wattinger die Grösse, sich zu stellen. «Ich gratuliere Sonja Reichen-Geiger herzlich zu ihrer Wahl und wünsche ihr viel Glück.» Ihm sei es ein Anliegen, den Bürgern, die ihn gewählt hätten, für ihr Vertrauen zu danken. Dass die Zusammenarbeit im Gemeinderat ob der vergangenen Wochen im Wahlkampf leiden werde, das verneinte er. «Ich wäre gerne Gemeindepräsident geworden, aber auch als Gemeinderat werde ich alles fürs Wohl von Oberhofen tun.» Und Sonja Reichen-Geiger setzte noch einen drauf: «Der Wahlkampf verlief sehr kultiviert. Es wurde keine dreckige Wäsche gewaschen. Heinz Wattinger und ich werden wie bisher sehr loyal und kollegial zusammenarbeiten. Oberhofen hat das Glück, mit Heinz Wattinger einen ausgezeichneten Finanzminister zu haben.» Lesen im Kaffeesatz Wie immer bei Wahlen bleiben die Gründe, die zum Ergebnis geführt haben, im Dunkeln. Trotzdem suchten die Beteiligten nach Erklärungsansätzen. «Ich denke, das Alter könnte ein Faktor gewesen sein», so Wattinger. Vielleicht sei auch der Wunsch bei vielen Oberhofnern da gewesen, eine Frau zu wählen. Wolfgang Hauzenberger, der als Vertreter der überparteilichen Wählerallianz die Kampfwahl erst möglich gemacht hatte, indem er Sonja Reichen-Geiger zu Kandidatin machte, nachdem sie in der internen FDP-Ausmarchung unterlegen war, ortete andere Gründe. «Als Vizepräsidentin und Vorsteherin des Ressorts Öffentliche Sicherheit hatte sie einen Vorteil in puncto Popularität. Zudem hat sie bei den letzten Wahlen das beste Ergebnis der aktuellen Gemeinderäte erzielt.»Roger Probst>

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