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«Es herrschte das Chaos»

Prominente Musiker lebten an der Werkstrasse: Mich Gerber ebenso wie Disu Gmünder, Gitarrist von Patent Ochsner.

Der Berner Bassist und Komponist Mich Gerber war in den 1980ern für ein paar Jahre WG-Mitglied. «Ich hatte Lust, andere Lebensformen auszuprobieren», sagt er heute dazu. Er habe das Industriegebäude und sein riesiges Zimmer sehr geschätzt. «Das war ein Raum mit Zuganschluss.» Am Haus führt die Bahnlinie vorbei. «Anstatt einen Balkon hatten wir ein Perron.» Viel sei man draussen gesessen. «Und auf einem stillgelegten Gleis haben wir Feuer gemacht und grilliert.» Es sei eine sehr freie Gemeinschaft ohne Hausordnung gewesen. «Ich habe gar nicht gewusst, dass dieses Experiment bis heute anhielt.» Erst nach Mich Gerber zog 1990 Patent-Ochsner-Gitarrist Disu Gmünder in die WG ein. «Es war eine Brutstätte nonkonformer Lebensentwürfe», schreibt er in einem Mail zu seiner Zeit in Wabern. «Es herrschte das Chaos. Aber eben kein kaputtes und lebensfeindliches, sondern ein freundliches Chaos, aus dem heraus wunderbare Ideen den Weg in die Welt fanden.» Viele Leute habe er dort kennen gelernt. «Auch meine heutige Partnerin und Mutter meiner Söhne, Nicole Wiederkehr, war WG-Bewohnerin.» Oft habe man sich an der Grenze des Legalen bewegt. «Dorfpolizist Hänni war regelmässiger Gast», sagt Gmünder. Unter anderem wegen der Hanfanbauten. Für manche Eltern der Bewohner sei die WG eine «Räuberhöhle» gewesen, für ihn selber aber ein Ort mit enorm viel Freiraum. Gmünders Wunsch: «Möge der Werkstrasse-Geist weiterleben!» lp>

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