Zum Hauptinhalt springen

Facebook: Genial oder gefährlich?

Über zwei Millionen Menschen in der Schweiz nutzen Facebook, darunter vor allem Jugendliche. Der PFEFFER beschäftigt sich mit dem sozialen Netzwerk, nennt Chancen und deckt Probleme auf, die das öffentliche Leben im Netz mit sich bringt.

Im Juni 2010 haben sich 333'100 Jugendliche in der Schweiz ein Facebook-Profil eingerichtet. Facebook ist innerhalb von zwei Jahren unglaublich populär geworden. Das soziale Netzwerk ermöglicht eine neue Form von Kommunikation. Gemeinsam mit den Nutzern, die man als sogenannte Freunde angenommen hat, tauscht man sich aus. Auf der Pinnwand werden Nachrichten, Notizen, Blogs, Bilder oder Videos gepostet, die für alle Freunde sichtbar sind. Die Einträge auf der Pinnwand können kommentiert werden. Interessengruppen werden gegründet.

Facebook gibt Drittanbietern die Möglichkeit, Programme zu entwickeln, damit die Facebook-Nutzer diese in ihre Profilseiten integrieren können. Als Alternative zum öffentlichen Kommunizieren bietet sich das Chatten an. So können zwei Personen untereinander Nachrichten austauschen. Mit Facebook bleibt man immer in Kontakt, mit Kollegen, Bekannten, Verwandten und Freunden. Auch wenn diese am anderen Ende der Welt leben.

Was Facebook verändert

Facebook erschuf eine neue virtuelle Welt, in der man sich über alles austauschen kann. Immer und überall kann man mitteilen, wo man ist, was man tut und denkt. Früher musste man auf den Dorfplatz oder in eine Bar gehen, um sich mit Kollegen zu unterhalten und sich über Aktualitäten auszutauschen. Ganz dasselbe ist es nicht, sich auszutauschen mit Freunden, wenn diese nicht sicht- und greifbar sind. Doch hat auch diese Form von Kommunikation bestechende Vorteile. Man kann zu Hause vor dem Computer mit der ganzen Welt in Verbindung sein.

Die Beziehung zum Kollegen aus Brasilien und zum Nachbarn am Ende der Strasse können virtuell beide auf die gleiche Art gepflegt werden. So können etwa Ferienbekanntschaften gepflegt werden. Auch gewonnene Kollegen während des Austauschjahres gehen nicht vergessen.

Daten sind nicht geschützt

Im Internet surfen ist wie durch den Schnee stapfen. Alle hinterlassen Spuren. Daten, die einmal auf dem Internet sind, können nicht wieder gelöscht werden. So ist das auch mit Facebook. Nutzer sollten sich bewusst sein, dass jede und jeder Fotos, Kommentare und all die veröffentlichten Daten sehen könnte. Facebook bemüht sich laut eigenen Aussagen nach besten Kräften um die Sicherheit der Mitglieder der sozialen Plattform. Datenschützer raten, vorsichtig zu sein und nicht intime Daten preiszugeben. Denn es sei beinahe üblich, dass der Arbeitgeber überprüfe, wie sich der Angestellte in seiner Freizeit verhalte. Dabei wird auch das Facebook-Profil geprüft. Datenschützer finden, dass der User jede Kontrolle über die Daten an Facebook abgibt.

Datenschützer raten allen Nutzerinnen und Nutzern, nur Daten zu posten, die sie auch wildfremden Leuten auf der Strasse zeigen würden.

Was Facebook darf

In einer langen Erklärung sichert sich Facebook gegen jegliche Klagen ab. Ausserdem gibt sich Facebook selber Rechte, denen die Nutzer mit der Registration automatisch zustimmen. Facebook verwendet zum Beispiel «Cookies», die über einen längeren Zeitraum auf dem Computer des Users gespeichert sind. Facebook braucht diese «Cookies», um die Werbung zu optimieren und die Aktivität des Nutzers zu verfolgen. Facebook schreibt in der «Erklärung der Rechte und Pflichten» in Grossbuchstaben: «Wir garantieren die Sicherheit von Facebook nicht.»

Facebook bewahrt deaktivierte und gelöschte Profile auf, damit die Verbindungen erhalten bleiben, wenn das Konto reaktiviert werden soll. Facebook gibt Informationen an Dritte weiter, wenn Facebook der Auffassung ist, dass der Nutzer Facebook dies gestattet. Facebook übernimmt in keinem Fall Haftung, wenn die Sicherheitssysteme nicht funktionieren sollten.

Jugendschutz

Die Plattform Facebook bietet Personen die Gelegenheit, sich eine falsche Identität mithilfe eines Pseudonyms zuzulegen. Mit dieser können diese User andere Facebook-Mitglieder hintergehen. Wenn diese Vertrauen zu ihnen fassen, erfährt die Person mit einem Pseudonym vieles über sie. So können sich auch potenzielle Verbrecher über Internet und Facebook über ein mögliches Opfer informieren. Vorbeugen kann man solchen Problemen, indem man nur Personen als Freunde annimmt, die man auch wirklich kennt.

Facebook ist sich der Probleme bewusst und versucht, besonders die Jugendlichen zu schützen. Ein Profil haben dürfen nur Kinder ab 13 Jahren. Wobei es unmöglich ist für Facebook, zu kontrollieren, wer wie alt ist und ob diese Daten auch stimmen. Um Jugendliche besser zu schützen, gründete Facebook 2009 einen Sicherheitsbeirat. Damit will Facebook eine sichere Umgebung für Jugendliche im Internet schaffen.

Vorteile überwiegen

Trotz der negativen Seiten um Facebook überwiegen für viele Jugendliche die Vorteile. Denn der Austausch mit möglichst vielen Menschen ist gerade für Junge wichtig. Um sich mit Kollegen auf Facebook auszutauschen, nehmen Facebook-User gewisse Risiken in Kauf. Vielen ist bewusst: Man hinterlässt Spuren auf Facebook und grundsätzlich im Internet.

Die Frage ist nur, was für Spuren man hinterlassen will. Das muss jede und jeder für sich selbst bestimmen.

Elias Rüegsegger (16) wohnt in Homberg und besucht die Quarta Thun-Seefeld. Seine Hobbys sind Musikmachen und -hören, Hinterfragen, Lesen und Schreiben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch