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Falcons-Fanchef wechselt die Fronten

HuttwilHarte Zeiten für Fanclubpräsident Marco Schneider: Weil «seine» Huttwil Falcons aufgelöst worden sind, besucht er neuerdings die Spiele des SC Langenthal und des SC Bern. Im Herzen bleibt er aber den Falcons treu.

Marco Schneider, ehemaliger Fanclubpräsident bei den Huttwil Falcons, steht auf dem menschenverlassenen Parkplatz vor dem Nationalen Sportzentrum Huttwil. Es ist kalt, und Schneeflocken fallen ins Haar des 19-Jährigen, der mit beiden Händen einen Schal mit der Aufschrift «Falcons Supporter» in die Höhe streckt. «Es ist Hockeyzeit», sagt Schneider mit einem Lächeln, doch selbst dieses kann nicht über seinen schwermütigen Blick hinwegtäuschen. Marco Schneider steht an jenem Ort, wo er in den letzten Jahren den Grossteil seiner Freizeit verbracht hat. «Ich bin praktisch im Sportzentrum aufgewachsen», erzählt der junge Mann, der nur wenige Minuten zu Fuss entfernt in seinem Elternhaus wohnt. Schon früh weckte die «Schlööf» sein Interesse für den Eishockeysport, auch wenn der Rest seiner Familie mehr an Fussball interessiert war. «Es ist komisch, nach so vielen schönen Momenten jetzt alles leer zu sehen», sagt Schneider und lässt seinen Blick über die Gebäude wandern, die im Dunkeln liegen. Huttwiler Hockey-Drama Noch kein Jahr ist vergangen seit dem Huttwiler Hockeydrama. Im März des vergangenen Jahres gewannen die Huttwiler Falcons überragend den Amateur-Schweizer-Meister-Titel und reichten das Gesuch ein, in die NLB aufsteigen zu dürfen. Dieses wurde aber von der National League aufgrund eines formellen Fehlers abgelehnt, was Club- und Sportzentrumbesitzer Markus Bösiger nach erfolglosem Rekurs dazu verleitete, das Meisterteam aufzulösen und die Eishalle zu schliessen. Seit diesem Entscheid ist in Marco Schneiders Leben nichts mehr so, wie es einmal war. «Ich werde den Entscheid – wie wahrscheinlich die meisten Huttwiler – nie verstehen können», erklärt Schneider, der als Schreiner bei der Eggimann AG in Huttwil arbeitet, mit einem Kopfschütteln. Ein Stück Sportkultur sei verloren gegangen und Kindern die Möglichkeit weggenommen worden, «auf die Schlööf» zu gehen. Auch der Ruf von Huttwil habe stark gelitten. «Man muss den Entscheid aber akzeptieren», bemerkt Schneider und wendet seinen Blick vom Sportzentrum ab. Eishockey bleibt Leidenschaft In seinem Leben wird Eishockey trotzdem auch weiterhin eine grosse Rolle spielen. Der Huttwiler besitzt nun ein Saisonabonnement des SC Langenthal und besucht auch regelmässig die Spiele des SC Bern. «Ich weiss gar nicht, was ich ohne Sport tun würde», gesteht Schneider, der im Frühling und Herbst auch noch als Schiedsrichter für den SC Huttwil tätig ist. Es sei aber nicht so, dass er nun einfach die Fronten gewechselt habe und jetzt Feuer und Flamme für den SC Langenthal sei. Schneiders Herz gehört weiterhin den Spielern der Huttwil Falcons, mit denen er auch nach der Auflösung der Mannschaft einen regen Kontakt pflegt. «Ich schaue mir nach jeder Runde die Resultate und Spielberichte im Internet an und versuche auch, gelegentlich selbst vor Ort zu sein.» Das sei nun natürlich schwieriger geworden, da die ehemaligen Falcons nun weit herum in anderen Teams verstreut seien. Eishockey und die Falcons werden aber trotz dieser Hindernisse Marco Schneiders Leidenschaft bleiben – auch wenn er seinen Schal mit der Aufschrift «Falcons Supporter» nun meistens zu Hause lässt. Silvan Aeschlimann>

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