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Fastnacht: Die Zeit der Geheimniskrämerei ist vorbei

Die Rüebeloch-Clique Murten lud mit einem Tag der offenen Tür zur Besichtigung ihres Wagenbaus ein: Bis zum Beginn der Fastnacht wird die Clique gegen 1500 unentgeltliche Arbeitsstunden in das

Als vor Jahren eine Lokalzeitung vor Fastnachtsbeginn Bilder vom Wagenbau einer Murtner Clique veröffentlichte, warf dies hohe Wellen. Da hatte jemand eines der ungeschriebenen Gesetze der Fastnächtler verletzt. Im Jahr 2010, wo Facebook, Twitter und Youtube eine neue Öffentlichkeit geschaffen haben, scheint es auch um die Tabuzone Wagenbau geschehen zu sein. Nicht mehr abgeschottete Wagenbaulokale und Schutzvorrichtungen sind die Maxime, sondern Offenheit, oder im Falle der Rüebeloch-Clique ein Tag der offenen Tür. So schauten am Samstag in der alten Werkstatt der Maeder Holzbau in Kerzers Angehörige und Bekannte herein, Journalisten, und sogar ein paar Mitglieder anderer Murtner Cliquen. «Wir wollen zeigen, wie viel Arbeit und Engagement hinter einem solchen Fastnachtssujet stecken», sagt Hans Hutmacher, einer von drei Wagenbau-Verantwortlichen der Clique. 1500 Arbeitsstunden Tatsächlich hat man beim Betreten der Montagehalle in Kerzers erst einmal den Eindruck, man habe es mit einem Architekturbüro zu tun. Da sind Grundbau- und Detailpläne in feinster Qualität ausgedruckt, da gibt es eine Grobplanung, einen Tagesplan sowie einen Einsatzplan. «Wir sind jetzt bei 980 Einsatzstunden angekommen», so Hutmacher. «Bis zur Fastnacht sind es dann wohl gegen 1500 Stunden.» Wie aus der Einsatzplanung hervorgeht, sind im Durchschnitt zehn bis zwölf «Rüebe» im Einsatz, und das jeweils dienstags, donnerstags und samstags. Begonnen hat die Arbeit allerdings schon früher. Im Dezember gab es drei Sitzungen, an denen das Thema ausgesucht, Ideen zum Bau gesammelt und schliesslich Details ausgearbeitet wurden. Am schwierigsten gestaltet sich gemäss Hutmacher jeweils die Suche nach einem geeigneten Lokal. Heuer hatte die Clique Glück: Maeder Holzbau bezieht neue Räumlichkeiten, und die alte Schreinerei steht leer. Im nächsten Jahr wird die Clique auf der Suche nach einem Lokal wohl wieder 150 Briefe verschicken müssen. Dominanz der Frauen Ein Wagenbau-Lokal muss gewisse Anforderungen erfüllen. Auch wenn ein Wagen im Elementbau erstellt und erst unmittelbar vor dem Umzug ganz zusammengesetzt wird, so verlangt ein zehn Meter hohes Sujet dennoch eine gewisse Höhe der Decke und des Eingangstors. Auch die neue Offenheit hat ihre Grenzen. Bei der Rüebeloch-Clique handelt es sich (nebst den Schnitzelbänklern) um eine reine Wagenbau-Clique. Entsprechend wird ein Grossteil der Vereinsmittel in den Wagenbau gesteckt, dafür ist aber auch das handwerkliche Know-how der Mitglieder jedes Jahr gefestigter. Dazu kommt, so Hans Hutmacher, ein gesunder Ehrgeiz, denn man wolle natürlich bei der Prämierung der Fastnachtssujets möglichst gut abschneiden. Und da werden neben der Ausführung auch die Idee und der Betrieb auf dem Wagen bewertet. Für dieses Jahr sind die «Rüebe» optimistisch, denn das Thema fand breite Zustimmung unter den Mitgliedern. Die Clique hat sich für die diesjährige Fastnacht die Dominanz der Frauen in der schweizerischen Politik ausgesucht. Das wollen sich die Männer nicht gefallen lassen – ein politischer Machtkampf ist die Folge. Mehr wollen die Fastnächtler jedoch nicht verraten, denn schliesslich soll das Publikum am Murtner Fastnachtsumzug trotz des Tags der offenen Tür überrascht werden.uh/fn>

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