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Frauenbild im Zerrspiegel

In einem flammenden Appell forderte Politologin Regula Stämpfli in Langenthal dazu auf, Frauenbilder zu hinterfragen.

«Ich entschuldige mich dafür, dass ich gross bin. Ich entschuldige mich für meine Kleidung. Ich entschuldige mich dafür, dass ich überhaupt da bin.» Mit diesen provokativen Sätzen leitete Regula Stämpfli – auch bekannt aus der TV-Sendung «Arena» – ihr Referat im Langenthaler Hotel Bären ein. «Frauen entschuldigen sich immer», erklärte sie den verdutzten rund 100 Zuhörerinnen und dem einzigen Zuhörer. «Weil sie immer noch nicht an ihre Daseinsberechtigung glauben.» Frauenbilder in den Medien Der Gemeinnützige Frauenverein Langenthal lud am vergangenen Montag zu seiner Hauptversammlung die Politologin Regula Stämpfli ein. Geplant war ein Referat mit einer Power-Point-Präsentation unter dem Titel «Aussen Prada, innen leer? Eine Anleitung». Doch der Laptop wollte keine Bilder an den Beamer senden. Leider fand sich unter den 100 Frauen keine, die das Problem beheben konnte. «Wir wollen den Spruch ‹Frau und Technik› jetzt nicht bemühen», bemerkte Stämpfli nur. Kurz entschlossen ersetzte die Referentin die fehlenden Bilder durch verbale Schilderungen derselben. Die Botschaften kamen auch so deutlich rüber. Etwa, wenn sie erzählte, dass das Dekolleté von Frau Merkel der «Süddeutschen Zeitung» einen Artikel wert war. Oder ein Porträt der Philosophin Simone de Beauvoir mit einer Aktaufnahme von hinten bebildert wurde. Der Inhalt zählt nicht mehr Stämpfli wies die Zuhörerinnen auch auf den Umstand hin, dass bei Podiumsgesprächen die Frauen zwar als Moderatorinnen fungierten, die Männer aber als Fachpersonen eingeladen würden. Und sie führte das ganze Desaster darauf zurück, dass wir in unserer Gesellschaft nur noch nach Äusserlichkeiten gemessen würden, der Inhalt aber nicht mehr zähle. «Selbst die Ankündigung eines so freudigen Ereignisses wie einer Geburt enthält Geburtsdatum, Grösse und Gewicht des Kindes», so die Referentin. «Mehr meistens nicht.» Prisca Rotzler Köhli >

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