Angst vor drittem Nein

Düdingen

Nach dem Nein in Kerzers macht sich das Bürgerkomitee für die Wiedereinführung eines Generalrats Sorgen. Auch in Düdingen hat das Volk schon zwei Mal abgelehnt.

Kerzers hat an der Urne über die Wiedereinführung eines Generalrats abgestimmt. Das Volk hat klar abgelehnt.

Kerzers hat an der Urne über die Wiedereinführung eines Generalrats abgestimmt. Das Volk hat klar abgelehnt.

(Bild: Andrea Hunziker)

In Kerzers will das Stimmvolk keinen Generalrat. Das klare Resultat der Abstimmung vom Wochenende weckt in Düdingen Besorgnis. Denn am 14. Juni wird auch in dieser Gemeinde abgestimmt, ob die Gemeindeversammlung durch ein Parlament ersetzt werden soll. Zum Start sah es gut aus: Statt der 600 nötigen Unterschriften, kamen 1150 zusammen.

«Das Abstimmungsresultat von Kerzers überrascht uns. Wir hätten eigentlich ein Ja erwartet», sagt Armin Zurkinden vom Bürgerkomitee zur Wiedereinführung eines Generalrats. Er sei bis jetzt zuversichtlich gewesen, hatte Düdingen doch schon von 1982 bis 1991 einen Generalrat. Allerdings hat das Volk seither schon zwei Mal Nein zur Wiedereinführung gesagt: In den Jahren 2000 und 2009. «Wir fanden trotzdem, dass wir einen neuen Anlauf nehmen wollen», sagt Zurkinden. Nach der erfolgreichen Unterschriftensammlung soll am 5. Mai ein Podium stattfinden – ausschliesslich mit Befürwortern. Ein so einseitig besetztes Podium war in Kerzers nicht gut angekommen. Es hatte sogar eine Beschwerde zur Folge sowie ein Flugblatt, das zu einem Nein aufforderte. «So etwas möchten wir verhindern», sagt Zurkinden. «Wir werden deshalb diskutieren, ob wir nicht auch Gegner eines Generalrats einladen wollen.»

Wie in Kerzers sind auch in Düdingen Gemeindeversammlungen schlecht besucht. An der letzten waren gerade mal 1,6 Prozent der Stimmberechtigten anwesend.

Gemeinderat ist neutral

Der Gemeinderat verhält sich in der Generalratsfrage neutral und gibt keine Abstimmungsempfehlung ab, wie Vize-Ammann Niklaus Mäder erklärt. Ihn erstaunt das Nein in Kerzers. «Ich habe jetzt Zweifel, ob es bei uns zu einem Ja kommt», sagt er.

Mäder gehört der SVP an, deren Vorstand, «eher gespalten» sei. Um die Abstimmungsparole zu fassen, wird die Partei am 31. März eigens eine Generalversammlung einberufen.

Berner Zeitung

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