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Blutiger Sommer auf vielen Alpen

Die Koordinationsgruppe Wolf hat Bilanz gezogen: Im Kanton Freiburg wurden offiziell 34 Schafe von Wölfen angegriffen.

Es war ein blutiger Sommer auf vielen Alpen in der Region Gantrisch/Kaiseregg. Von Mitte Juni bis fast Mitte September hat der Wolf gemäss der offiziellen Statistik im Kanton Freiburg 34 Schafe verletzt oder getötet. Weitere 5 Tiere wiesen keine durch den Wolf verursachten Verletzungen auf. Sie seien aber in derselben Zeit abgestürzt, in welcher das Raubtier in der Region unterwegs war, teilt die Staatskanzlei mit. In zwei weiteren Fällen war der Todesgrund nicht feststellbar.

Als Täterin konnte mittels DNA-Analyse eine erstmals aktive Wölfin identifiziert werden. Maurice Ropraz, Präsident der Koordinationsgruppe Wolf, ergänzt, dass nur zwei Tiere aus nicht geschützten Herden gerissen worden seien. Damit seien die Kriterien für eine Abschussbewilligung des Wolfes nicht gegeben.

Männliches Tier unterwegs

Seit dem März ist auch ein männliches Tier in derselben Region nachgewiesen. Es hat im März im Greyerzbezirk am Fusse des Jaunpasses fünf Hirsche gerissen, Mitte Juni auf der Alp Walop (Simmental) acht Schafe.

Das sind die offiziellen Zahlen des Kantons. Für Hans-Peter Zurbuchen, Präsident der Schafzuchtgenossenschaft Thörishaus, ist diese Zahl zu niedrig. Alleine bei den zwei Herden auf der Alp Chännel-Gantrisch fehlten bei der Schafscheid 44 Schafe, bei einer Gesamtzahl von knapp 300 Tieren. In den letzten Sommern hätten im Durchschnitt nur fünf Tiere gefehlt. Für Schafzüchter Zurbuchen ist dieser Zustand nicht haltbar. «Der Wolf hat hier nichts zu suchen», sagt er bestimmt. Zudem ist er überzeugt, dass die Wölfe nicht auf natürlichem Weg in die Schweiz gelangt sind: «Die sind in Italien gefangen und hier ausgesetzt worden.»

Für Maurice Ropraz ist es eine natürliche Wanderung, solange nicht das Gegenteil bewiesen sei. Er betont, dass die Koordinationsgruppe Wolf nicht eine Haltung pro oder kontra das Raubtier einnehme: «Wir sind da, um zu helfen, dass die Probleme so klein wie möglich gehalten werden können.»

bz/hus

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