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Ex-Kassier bleibt in Untersuchungshaft

Der Gemeindeangestellte, der 6 Millionen Franken veruntreut haben soll, wird wegen Fluchtgefahr nicht freigelassen.

Gemäss Kantonsgericht ist der Verbleib von 2,5 Millionen Franken nicht geklärt.
Gemäss Kantonsgericht ist der Verbleib von 2,5 Millionen Franken nicht geklärt.
iStock (Symbolbild)

Seit Ende August 2019 sitzt der langjährige Gemeindekassier von Belfaux, dem Wohnort von ­Bundesrat Alain Berset, in Untersuchungshaft. Damals wurde bekannt, dass der Mann während Jahren mit gefälschten Dokumenten und manipulierter Buchhaltung mehrere Millionen Franken veruntreut haben soll.

In einer ersten Phase gingen die Untersuchungsbehörden von einer Deliktsumme in Höhe von 4 Millionen Franken aus. Ende November korrigierten sie die Summe auf rund 6 Millionen.

Das Zwangsmassnahmengericht hat die Untersuchungshaft gegen den geständigen Mann mehrmals verlängert. Im Dezember war die Staatsanwaltschaft bereit, die U-Haft gegen Ersatzmassnahmen aufzuheben.

Der Beschuldigte sollte eine Kaution von 50'000 Franken bezahlen, seine Ausweispapiere deponieren und sich jede Woche zweimal auf dem nächsten Polizeiposten melden. Weil der Mann angab, das Geld für die Kaution nicht zu haben, verlängerte das Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr.

Geld floss ins Ausland

Der ehemalige Gemeindekassier rekurrierte beim Freiburger Kantonsgericht und verlangte seine sofortige Freilassung. Es bestehe keine Fluchtgefahr. Er habe sich von seiner ausländischen Ehefrau getrennt und pflege keinen Kontakt mehr zu deren Angehörigen. Er sei Schweizer, und seine Kinder würden hier leben. Geld habe er keines mehr, und die Ausweispapier hätten die Behörden bereits.

Mit diesen Argumenten konnte der Mann das Kantonsgericht nicht überzeugen. Es bestätigte die Untersuchungshaft bis zum 25. März 2020, wie einem am Freitag publizierten Urteil von vergangener Woche zu entnehmen ist. In diesem Entscheid wird ersichtlich, wohin ein Teil der veruntreuten Millionen geflossen ist.

Gemäss diesem Urteil hat der Mann 5,9 Millionen Franken abgezweigt. Ausgaben in Höhe von 3,16 Millionen Franken konnte die Staatsanwaltschaft nachverfolgen. Weitere 230'000 Franken hat der ehemalige Kassier an zwei Personen in bar übergeben.

Grössere Beträge waren 600'000 Franken, die auf ein Konto seiner Frau geflossen sind. Eine weitere knappe Million investierte er in Immobilien im Heimatland seiner Frau. Aber der Verbleib von rund 2,5 Millionen Franken sei nicht geklärt, schreibt das Kantonsgericht.

Ist noch Geld versteckt?

Die Richter schliessen sich den Erwägungen der Vorinstanz an. Aufgrund der erst kürzlich vollzogenen Trennung sei nicht klar, welche Beziehungen er noch zu ihr und deren Angehörigen pflege.

Seine Frau besitze im Ausland ein Haus und vier Bankkonten. Es sei nicht ausgeschlossen, dass er selbst noch Geld auf ausländischen Konten versteckt habe, was seine Flucht begünstigen könnte.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

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