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Kein Zwang zum Schwimmen

Eine Volksmotion fordert einen obligatorischen Schwimmunterricht für alle Schülerinnen und Schüler im Kanton. Der Staatsrat begrüsst die Stossrichtung der Motionäre, lehnt aber das Anliegen ab.

Anfang März 2009 wurde eine Volksmotion mit über 900 Unterschriften eingereicht. Darin verlangen die Motionäre, dass alle Schülerinnen und Schüler im Kanton Freiburg während der obligatorischen Schulzeit einen sicheren Grundunterricht (zehn Lektionen) in Schwimmen erhalten. Dies soll in einem neuen Gesetz verankert werden. Die Motionäre begründeten ihr Anliegen einerseits mit gros-sen regionalen Unterschieden. Denn ein Teil der Schulkinder komme nicht in den Genuss von Schwimmunterricht. Andererseits wiesen sie darauf hin, dass immer weniger Kinder Schwimmkenntnisse hätten.

Zu wenig Hallenbäder

In seiner Antwort begrüsst der Staatsrat die Zielsetzungen der Volksmotion «Schwimmunterricht für alle Schüler», mit der die «Wasserkompetenz verbessert und Wasserunfälle verhütet» werden sollen. Erfreulich sei, dass eine Mehrheit der Schulkinder während der obligatorischen Schulzeit Schwimmunterricht erhalte. Nur in 15 von 107 Schulkreisen gebe es keine Schwimmkurse, meist wegen fehlender Einrichtungen. In Deutschfreiburg ist dies in 4 von 26 Schulkreisen der Fall.

Eine Annahme der Volksmotion würde sich aber auf verschiedenen Ebenen auswirken, legt der Staatsrat dar. Die 16 bestehenden Hallenbäder seien heute fast voll ausgelastet. Deshalb müssten mehrere regionale Schwimmbäder gebaut werden. Dies würde den Finanzhaushalt des Kantons und der Gemeinden belasten. Gerade für diejenigen Gemeinden, die sich noch nicht an den Betriebskosten einer regionalen Einrichtung beteiligten, hätte dies «beträchtliche finanzielle Auswirkungen».

Beim Schwimmunterricht wäre nach den Richtlinien des kantonalen Amtes für Sport die Anwesenheit von zwei Erwachsenen, darunter der Klassenlehrer, obligatorisch. Dabei müsse einer der beiden über das Brevet im Rettungsschwimmen verfügen. Damit das gewährleistet wäre, müssten im Rahmen der Lehrerausbildung ein Modul Fachdidaktik Schwimmen sowie die regelmässige Erneuerung des Rettungsschwimmbrevets vorgesehen werden.

Anderer Weg einschlagen

Der Staatsrat hält es für «unangebracht», eine jährliche Mindestanzahl Lektionen für alle vom Kindergarten bis zur dritten Primarklasse vorzuschreiben. Er hält es aber für «empfehlenswert», allen Schülern ab der vierten Klasse bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit einen Schwimmunterricht anzubieten, obwohl das wegen mangelnder Einrichtungen nicht umgesetzt werden könne. Die Regierung will den Unterricht in Wasserkompetenz in die Lehrpläne oder in die reglementarischen Bestimmungen aufnehmen.

Im Entwurf für das neue Schulgesetz soll vorgeschlagen werden, dass die Transportkosten zum Schwimmbad aus dem gemeinsamen Topf bezahlt werden. Damit sollen die Bemühungen der Gemeinden unterstützt werden. Mit diesen Massnahmen hofft der Staatsrat, auf diesem Weg die Ziele der Volksmotion zu erfüllen. Und er beantragt dem Grossen Rat, die Volksmotion aus formalen Gründen abzulehnen.

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