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«Krokodil» auf Jubiläumsfahrt

Mit einem Festakt und Sonderfahrten wurde am Samstag in Düdingen der Eröffnung der Bahnlinie Bern–Balliswil vor 150 Jahren gedacht. Die Feier bot Gelegenheit, an den Freiburger Pioniergeist zu erinnern.

Erinnerungsfoto mit Krokodil: Die Zugfahrten zum Jubiläum erfreuten sich grosser Beliebtheit.
Erinnerungsfoto mit Krokodil: Die Zugfahrten zum Jubiläum erfreuten sich grosser Beliebtheit.
Aldo Ellena

Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Bern–Balliswil wurde am 28.Juni 1860 im Kanton Freiburg das Eisenbahnzeitalter eingeläutet. Die damals eröffnete Strecke war Teilstück der zukünftigen Eisenbahnlinie Lausanne–Bern beziehungsweise der geplanten Verbindung zwischen Boden- und Genfersee. «Insgesamt kostete die Eisenbahnlinie Lausanne–Freiburg– Bern den Staat Freiburg bei einer Bevölkerung von rund 105'000 Einwohnern rund 42 Millionen Franken», betonte Beat Hayoz, Historiker und Präsident des Stiftungsrates des Sensler Museums.

Kaum mehr denkbar

Beat Vonlanthen, Staatsratspräsident und Volkswirtschaftsdirektor, rechnete diesen Betrag auf die heutige Situation auf. Er erinnerte daran, dass der Kanton Freiburg damals über ein Budget von 2,3 Millionen Franken verfügte. Der vor 150 Jahren für die Bahn aufgewendete Betrag würde heute einer Summe von rund 40 Milliarden entsprechen. Diese «Rechnerei» stimmte jedoch Philippe Gauderon, Leiter Infrastruktur der SBB, zuversichtlich. Er wies darauf hin, dass der Bund für die Realisierung des Projekts Bahn 2030 je nach Rechnung von 12 beziehungsweise 30 Milliarden Franken ausgehe. «Das sollte bei den 40 Milliarden, die Freiburg damals aufgewendet hat, also kein Problem sein», hielt er fest. In diesem Betrag sollte auch ein neuer Bahnhof in Düdingen drinliegen – ein Wunsch, den die Gemeindepräsidentin Hildegard Hodel zuhanden der SBB äusserte.

Viadukt als Symbol

Die Initiative für den Jubiläumsakt hatte das Sensler Museum ergriffen, das dem historischen Ereignis «Bern–Balliswil» zurzeit eine Ausstellung widmet. Auf besonderes Interesse stiessen die Bahnfahrten mit einer Zugskomposition aus den Vierzigerjahren.

Grund für die aussergewöhnliche «Bahnstation Balliswil» war das Saanetal, dessen Überwindung besondere Schwierigkeiten bot und einen grossen Viadukt erforderte. Gemäss Beat Vonlanthen zeigt sich an diesem Viadukt die Bedeutung des Kantons Freiburg als zentralen Bindeglieds zwischen Deutsch- und Welschschweiz. «Freiburg ist auch heute ein Kanton, der bei der Zusammenführung der Menschen über die Sprach- und Kulturgrenzen hinweg das Lead übernehmen will.» Er hofft, dass die Stadt Freiburg dafür mit einer zweisprachigen Beschriftung ihres Bahnhofs bald ein Zeichen setzen wird.

BZ/ja/rgw

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