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Volkskalender für Kanton Freiburg

Mit dem Freiburger Volkskalender 2010 schwelgen alle Teile Deutschfreiburgs in Erinnerungen. Mit seinen zwanzig Beiträgen umfasst er ein breites Themenspektrum. Moritz Boschung hat den Inhalt zusammengetragen.

SVP-Grossrat Ueli Johner: Gestern verriet er an der Vernissage des Volkskalenders einige Ergebnisse seiner Recherchen.
SVP-Grossrat Ueli Johner: Gestern verriet er an der Vernissage des Volkskalenders einige Ergebnisse seiner Recherchen.
Aldo Ellena

Ab heute ist er an den üblichen Verkaufsstellen zu haben: der Freiburger Volkskalender 2010. Mit ihrem breiten Themenspektrum bietet die Publikation allen Deutschfreiburgern einmal mehr die Gelegenheit, in Erinnerungen zu schwelgen und gleichzeitig den Überblick über das regionale Geschehen zu wahren. Denn nebst historischen Erzählungen aus allen Teilen Deutschfreiburgs enthält der Volkskalender wie gewohnt Chroniken und Nekrologe aus dem letzten sowie Marktdaten, Saat- und Pflanztage für das kommende Jahr.

Der «Kalendermann»

Den Inhalt für den 212 Seiten starken Volkskalender hat erneut der Düdinger «Kalendermann» Moritz Boschung zusammengetragen. Unterstützt von zwei Autoren, stellte er die aktuelle Ausgabe am Mittwoch in Ried bei Kerzers dem Publikum vor. Aus Boschungs eigener Feder stammt unter anderem ein Rezept für den traditionellen «Chriesebrägù», den Carla Jendly für das Foto im Volkskalender gezaubert hat.

In der Vergangenheit der Gemüsebauern des Seebezirks hat der Kerzerser Grossrat Ueli Johner gewühlt. Er erzählt im aktuellen Volkskalender von der Entwicklung des Gemüsebaus im Grossen Moos, aus seiner persönlichen Sicht und in seinem Dialekt, der Seebezirkler Mundart.

Johner verriet an der Vernissage vom Mittwoch einige Ergebnisse seiner Recherchen. Mittels einer Beweiskopie aus dem Kassenbuch seines Grossvaters zeigte er, dass der Kilopreis für Zuckerrüben vor 90 Jahren 7 Franken und 50 Rappen betrug. «Das ist etwa gleich viel wie heute», konstatierte Johner.

Katholiken unter Kontrolle

Seine Erzählung beschreibt, wie die Gemüseproduktion im Grossen Moos in Schwung kam: Nach der ersten Juragewässerkorrektion mussten die Bauern zuerst während Jahrzehnten lernen, wie das mit dem Gemüse auf diesem Boden funktioniert. Erst dann erwirtschafteten sie brauchbare Erträge. Das Potenzial des Bodens entdeckten laut Johner die Frauen, die von ihren Hausgärten her schon Erfahrung mit Gemüse hatten.

Im Sensler Dialekt schreibt Roland Mühlhauser von den «Byychtzedle», mit denen bei den Katholiken einst die Kontrolle der Osterbeichte durchgeführt wurde. Und auch der Gurmelser Dialekt kommt nicht zu kurz: Konrad Schaller verrät in seinem Gedicht «De Schnätz», wofür Teile eines zerrissenen Fussballs gut sein können.

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