Vorteile zweier Sprachen

Murten

Auch wenn bei der Fusion um Murten die Zweisprachigkeit nicht explizit erwähnt ist: Die französische Schule bringt Vorteile für die Ortschaften, welche zu Murten stossen.

Die Zweisprachigkeit in Murten ist freiwillig.

Die Zweisprachigkeit in Murten ist freiwillig.

Der Fusionsvertrag von Murten mit den umliegenden Gemeinden Courlevon, Jeuss, Lurtigen und Salvenach sieht keine speziellen Bestimmungen zur Zweisprachigkeit vor. Der Verein zur Förderung der Zweisprachigkeit «Murten Morat Bilingue» ist darüber enttäuscht. «Das Fehlen von sprachpolitischen Bestimmungen für die neue Gemeinde entspricht nicht unseren Zielen», sagt Vereinspräsidentin Pierrette Froidevaux. Allerdings widerspreche diese Tatsache den Zielen auch nicht. «Wir sind grundsätzlich zufrieden, wie die Zweisprachigkeit in Murten gelebt wird», so Froidevaux. Stadtammann Christian Brechbühl habe sich wiederholt geäussert, das Nebeneinander von Deutsch und Französisch in Murten weiterhin respektieren zu wollen.

Klar sei aber, sagt Froidevaux, dass die Zweisprachigkeit in Murten nur freiwillig sei: «Es ist gelebte Zweisprachigkeit und nicht eine institutionelle, wie etwa in Biel, wo alle Informationen der Behörden auf Deutsch und Französisch vorhanden sein müssen.» Die Zweisprachigkeit in Murten sei grundsätzlich positiv, sagt Vizepräsident Alain Grandjean, gerade wenn man den eher kleinen Anteil Französischsprachiger von rund 13 Prozent in Betracht ziehe. Grandjean erwähnt etwa das Angebot von französischen Klassen für die ganze obligatorische Schulzeit. Dies sei ein wichtiger Bestandteil für gelebte Zweisprachigkeit.

Schulzeit auf Französisch

Warum bei der Fusion die Zweisprachigkeit nicht erwähnt wurde, erklärt der Murtner Stadtammann Christian Brechbühl: «Beim Zusammenschluss kommen vier deutschsprachige Gemeinden dazu.» Anders wäre die Situation, sollte zum Beispiel die Fusion mit Courgevaux aktuell werden: «Dann wäre die Zweisprachigkeit klar ein Thema», so Brechbühl. In Sachen Sprache gebe es für die fusionierten Gemeinden auch ohne explizite Bestimmung einen Vorteil: «Die Schüler aus Jeuss, Lurtigen und Salvenach können ihre obligatorische Schulzeit auch auf Französisch absolvieren, wenn sie dies wünschen.» Dies sei jetzt möglich, weil sie einem neuen Schulkreis angehören. Entscheiden müssten sie sich aber bereits bei der Einschulung.

Für die fusionierte Gemeinde dürfte dies zu einem Standortvorteil werden, denn französischsprachige Zuzüger könnten sich in Jeuss, Lurtigen oder Salvenach niederlassen und ihre Kinder trotzdem in eine französische Schule schicken. Keine Auswirkungen hat dies auf Courlevon, weil die Schule bereits zum Kreis Murten gehört.

Freiburger Nachrichten

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt