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Freude an alter Trauerbuche

Die alte Trauerbuche im Thuner Bonstettenpark macht vielen Besuchern Freude: Hans-Peter Aebi hängt dort Gedichte auf.

Welchem Besucher des Thuner Bonstettenparks ist das imposante Blätterwerk in der Nähe des Schlösschens Bellerive (heute die Musikschule Region Thun) nicht schon aufgefallen? Standen die zwei Trauerbuchen mit ihren ausladenden, sich am Boden abstützenden Ästen wohl schon vor dem Bau des Park-Kanals Ende des 18. Jahrhunderts? Die eingeritzte und aufgequollene Schrift «ARBHOR» zwischen zahlreichen jüngeren Liebesbezeugungen lässt es vermuten. Das imposante Blätterdach der Trauerbuchen mit dem knorrigen Stamm gilt bei vielen Besuchern als besonderer Kraftort. Seit einiger Zeit hängt ein Mäppchen an einem der Äste: Das «Wunder vom Bonstettenpark». Der Thuner Hans-Peter Aebi befestigte schon an die fünfzig Mal eine neue Kopie seines Textes, wenn er wieder abgerissen, durchbohrt oder zerlöchert worden ist. An windstillen Nachmittagen ist die Chance gross, den Verfasser der Zeilen beim Baum anzutreffen. Bereitwillig gibt er Auskunft und führt das Wunderbare vor: Ein Ast schlägt aus, wenn man einen andern berührt. «Es gibt dafür keine Erklärung», meint der Podologe aus dem Lerchenfeld. Er habe dieses mystische Zeichen des Baumes entdeckt, als er nach langer Krankheit im Bonstettenpark wieder gehen lernte: Bei der Berührung des einen Astes bewegte sich unübersehbar ein anderer, zwei Meter weiter oben. Tief ergriffen hielt Hans-Peter Aebi an jenem 5. September 2009 seine Gedanken fest, seither flattern sie am Ast einer der beiden Buche. «Hier habe ich begriffen, dass auch Pflanzen Lebewesen sind», schrieb der 66-Jährige und sagt: «Der Wunderbaum hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Ich bin klein geworden – und sehe dadurch die Grösse dieser Welt.» Doris Bussmann >

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