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Friede, Freude, Federer

Tennis2011 findet in der Postfinance-Arena keine Meisterfeier des SCB statt, aber dem Berner Sportfan wird ein anderer Leckerbissen geboten: Das Schweizer Davis-Cup-Team mit Roger Federer wird im Juli in der Eishalle gegen Portugal spielen.

Spiel, Satz, Sieg Bern: Der Zentralvorstand von Swiss Tennis gab der Bundesstadt gestern Nachmittag im Rahmen einer Telefonkonferenz den Zuschlag als Austragungsort des Davis-Cup-Heimspiels vom 8. bis 10.Juli gegen Portugal. Weil Roger Federer – wie auch Stanislas Wawrinka – seine Teilnahme bestätigt hat, kommen die Berner Sportfans in den Genuss, den erfolgreichsten Spieler in der Tennisgeschichte vor der Haustüre live am Werk zu sehen. Auftritte von Federer in der Schweiz haben Seltenheitswert. Ernstkämpfe hat der 29-Jährige seit Anfang 2009 hierzulande nur noch am Heimturnier in Basel bestritten. Bern setzte sich gegen die Mitbewerber Basel, Crans-Montana, Sitten und Zermatt durch. Den Ausschlag hätte «ein Mix aus verschiedenen Faktoren» gegeben, sagte Swiss-Tennis-Präsident René Stammbach, der namentlich «die gute Infrastruktur sowie die kommerzielle Sicherheit aufgrund des Wirtschaftsumfelds sowie der zentralen Lage» nannte. Stimmen bekamen letztlich nur jene beiden Kandidaturen, welche die Teammitglieder bevorzugten, wobei das Ergebnis eindeutig war: Bern 9, Zermatt 2. Draussen vor dem Matterhorn zu spielen, wäre auch reizvoll gewesen, meinte Davis-Cup-Captain Severin Lüthi am Telefon kurz vor seinem Abflug aus Miami, «aber die ganze Mannschaft steht hinter der Variante Bern». Für ihn als Berner gehe ein Traum in Erfüllung, sagte Lüthi, und auch Federer freue sich. «Als Roger und ich letztes Jahr im Playoff-Final einen Match des SCB besuchten, sagte er zu mir: ‹Hier müssten wir einmal Davis-Cup spielen.›» Lüthi schwärmte von der guten Infrastruktur sowie der grossartigen Ambiance in der Postfinance-Arena. «Bern hat ein fantastisches Sportpublikum. Ich bin überzeugt, dass wir ein tolles Tennisfest erleben werden.» Auch Jugendliche einbeziehen Vorfreude herrscht nicht nur bei den Direktbeteiligten, sondern auch bei Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Er sprach von einer «einmaligen Sache – immerhin wird es das erste Mal sein, dass Bern in den Genuss von Federer und Wawrinka kommt. Zudem ist der Davis-Cup eine besonders tolle Sache, weil er für Emotionen sorgt.» Stadt und Kanton Bern wollen den Besuch von Superstar Federer nutzen, um auf dem Bundesplatz Rahmenveranstaltungen durchzuführen. Man wolle auch etwas für die Jugendlichen machen, sagte Tschäppät. Bern erhielt von Swiss Tennis den Zuschlag, «obwohl andere Städte deutlich mehr gezahlt hätten», wie Stammbach festhielt. Die Verantwortlichen des Verbands rechnen aber gerade im Vergleich mit den Bergstationen mit höheren Einnahmen durch Logen- und Ticketverkäufe. Weil die vielen Auswärtsspiele im Davis-Cup und im Fed-Cup in den letzten Jahren hohe Kosten verursachten, ist Swiss Tennis auf einen beträchtlichen Gewinn angewiesen. Im Optimalfall würde er laut Stammbach eine halbe Million Franken betragen. Tschäppät sagte, man dürfe sich keine Illusionen machen. «Einen solchen Event gibt es nicht zum Nulltarif.» Die finanzielle Belastung für die Stadt bezeichnete er aber als massvoll. Es liegt in der Finanzkompetenz des Gemeinderats, über Ausgaben bis 300000 Franken zu entscheiden. Der Stadtpräsident hielt fest, der Aufwand werde «weit unter dieser Grenze» liegen. Auch der SCB profitiert «Standortmarketing für die Postfinance-Arena betreiben und ein paar Franken verdienen» will laut Rolf Bachmann mit der Davis-Cup-Partie der SC Bern. Die detaillierten Pläne würden in den nächsten Tagen fixiert, sagte der Eventverantwortliche des SCB. Klar ist bereits, dass der SCB eishockeyrelevante Dinge wie Banden und Strafbänke demontieren und die Gastronomie betreiben wird, während Swiss Tennis für den Einbau der Logen sowie des Tenniscourts verantwortlich ist. Gemäss Teamcaptain Lüthi wird ein Holzboden mit Hartbelagbeschichtung verlegt. Stehplätze sind im Davis-Cup nicht erlaubt; die Halle wird voraussichtlich rund 7000 Leuten Platz bieten. Der Vorverkauf beginnt im Verlauf der nächsten Woche, wobei nur Dreitagespässe erhältlich sind. Alexander Tschäppät erwartet ein «volles Haus», und Severin Lüthi geht davon aus, «dass die Tickets rasch vergriffen sein werden».Adrian Ruch>

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