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Geduldig an die nationale Spitze

Anja Lüthi klopft an die Tür der 75 besten Spielerinnen der Schweiz. Morgen (12 Uhr) gelangt die 16-Jährige zu ihrem Debüt in der Nationalliga B. Mit dem TC Thun trifft sie zum Auftakt der Interclubsaison auf Locarno.

Manchmal fehle ihr auf dem Tennisplatz schlicht die Geduld, sagt Anja Lüthi. Die Thunerin mag es, den Ball zu beschleunigen, in die Offensive zu gehen. «Auf Sand geht das nicht immer gut», sagt sie augenzwinkernd. «Ich bemühe mich aber, mit mehr Sicherheit zu agieren.» Lüthi ist R1-klassiert und klopft an die Tür der 75 besten Spielerinnen des Landes. Die 16-Jährige hegt jedoch höhere Ambitionen, sie will sich im helvetischen Ranking Schritt für Schritt nach oben kämpfen. Die Gymnasiastin ist in ein Sportförderprojekt integriert, wöchentlich trainiert sie rund 12 Stunden. Dieses Pensum will sie die nächsten drei Jahre beibehalten, «danach sehen wir weiter», sagt Lüthi, die nicht zwingend eine Profikarriere anstrebt. Beweisen kann sie sich im Interclub. Erstmals gehört sie dem NLB-Ensemble des TC Thun an, für welches morgen (12 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Locarno die Meisterschaft beginnt. Tennis statt Eishockey Anja Lüthis Bruder spielte beim EHC Thun in der 1.Liga; ihr Vater hat den Eishockeyverein einst präsidiert. Selbst aufs Glatteis wagen wollte sie sich jedoch nicht. Tennis als Einzelsport behage ihr, «für die Interclub-Saison kann ich mich aber immer begeistern. Es ist eine willkommene Abwechslung, für einmal im Team zu spielen.» Die Thunerinnen, angeführt von den Deutschen Gabriela Kucerova und Eva Dickes, zählen zu den Aussenseiterinnen, der Klassenerhalt wird angestrebt. Lüthi dürfte in sämtlichen Partien zum Einsatz gelangen. «Ich freue mich auf mein Debüt, im Wissen, dass ich auf starke Gegnerinnen treffen werde. Ich werde kämpfen – auch wenn ich chancenlos sein sollte.» «Habe etwas nachzuholen» Geschult wird Anja Lüthi unter den Fittichen Janusch Grafs. Der 24-Jährige, als Junior vierfacher nationaler Meister, attestiert seinem Schützling Potenzial, «die Grundvoraussetzungen stimmen», erklärt er. «Wohin der Weg letztendlich führen wird, ist aber schwierig abzuschätzen.» Zu Vergleichszwecken wird Lüthi im Sommer einige internationale Turniere bestreiten; im Juli finden in Thun zum dritten und vorerst letzten Mal die Schweizer-Junioren-Meisterschaften statt. In den vergangenen zwei Jahren verpasste Lüthi das prestigeträchtige Kräftemessen; am Pfingstwochenende will sie sich am Qualifikationsturnier den Startplatz sichern. «Ich habe diesbezüglich etwas nachzuholen.» Auch der Trainer im Einsatz Trainer Janusch Graf wird in den kommenden Wochen selbst gefordert sein: Er ist Captain und Leader des in die Nationalliga C abgestiegenen Thuner Fanionteams, dem der Wiederaufstieg durchaus zuzutrauen ist. Graf hebt jedoch den Mahnfinger. «In Bestbesetzung ist zwar vieles möglich, in einigen Partien werden jedoch Stammspieler fehlen.» Zur Equipe zählt U18-Schweizer-Meister Claude Benz. Auf die Dienste des Briten Edi Seator, im Vorjahr die Nummer 1 im NLB-Team, dürften die Oberländer indes nur sporadisch zurückgreifen. Philipp Rindlisbacher >

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