Zum Hauptinhalt springen

Gemeinde wehrt sich gegen die Landi

Die Gemeinde Muntelier und ein Unternehmer

Erweist sich das geplante Landi-Einkaufszentrum an der Burgunderstrasse in Murten als Totgeburt? Noch im Mai des letzten Jahres sprach sich die Präsidentin der Gemeinde Murten, Christiane Feldmann, an einer Informationsveranstaltung für das Projekt aus. Dieses, bestehend aus der Landi, einer Tankstelle mit Top-Shop sowie einer Autowaschanlage, passe gut in die Raumplanungsstrategie des Gemeinderates. Das Land, auf dem gebaut werden soll, gehört zwar der Gemeinde Muntelier, liegt jedoch auf dem Territorium der Gemeinde Murten. Zwischen den Fronten Dennoch ist fraglich, ob die Landi je auf dem Grundstück in der Ecke Burgunder-/Freiburgstrasse bauen wird. Offenbar ist das Projekt zwischen die Fronten der Gemeinden Muntelier und Murten geraten, die ihre Differenzen nun auch auf juristischem Weg austragen. Murtens Bauverwalter Peter Friedli bestätigt, dass zwei Einsprachen gegen das Projekt von der Gemeinde abgelehnt und von den Einsprechern bereits an die nächste Instanz, die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD), weitergezogen worden sind. «Die Einsprecher haben für je eigene Projekte gleiches Recht verlangt, wie es beim Projekt der Landi zur Anwendung gekommen ist», erklärt Friedli. Auf Anfrage erklärt der designierte Präsident des Verwaltungsrats der Landi Seeland AG, Hans-Ulrich Fürst, man sei über die zwei Einsprachen informiert. Nebst einer Einsprache durch einen privaten Unternehmer habe die Gemeinde Muntelier Einsprache erhoben. Roger Ekmann, Gemeindepräsident von Muntelier, bestätigt dies. «Wir können die Art und Weise, wie Murten Umzonungen beschliesst, nicht nachvollziehen.» Das Projekt Landi liege genauso in einer Industrie- und Gewerbezone II wie das Projekt für einen OBI-Baufachmarkt, das Muntelier im Tioleyres habe realisieren wollen. Zudem würden beide Projekte an der Burgunderstrasse liegen, und in beiden Fällen sei eine Umzonung nötig. Man verlange von Murten, dass bei sämtlichen Projekten mit gleicher Elle gemessen werde. Murtens Vize-Stadtpräsident und Vorsteher des Ressorts Planung, Josef Haag, weist den Vorwurf zurück: «Der Gemeinderat Murten verfolgt eine klare Strategie in der Raumplanung, und der Staatsrat hat diese geprüft und für gut befunden.» Murten bleibe dabei, die «Einkaufsachse Bernstrasse–Altstadt–Freiburgstrasse» realisieren zu wollen. Dabei wolle man nicht über die Burgunderstrasse hinausgehen, wie es Muntelier verlange. Da der Staatsrat Murtens Strategie für Raumplanung kenne, sehe er wenig Chancen für die beiden Einsprachen gegen das Landi-Projekt, erklärt Haag. Allerdings stehe den Einsprechern der Weiterzug ans Verwaltungsgericht und danach ans Bundesgericht offen. Neuen Standort suchen? Laut Hans-Ulrich Fürst wird der Verwaltungsrat der Landi an einer Sitzung vom 1.März das weitere Vorgehen besprechen. «Falls längere Verzögerungen absehbar werden, müssen wir uns allenfalls nach anderen Standorten umsehen, etwa in Courgevaux», so Fürst. Das sei allerdings sehr bedauerlich, denn die bisherige Landi in Murten sei gut gelaufen und müsse dringend ausgebaut werden. Das Projekt sei so weit fortgeschritten, dass man gedacht habe, im Frühjahr 2011 eröffnen zu können. Ebenfalls von der Entwicklung überrascht ist Urs Ryser, Inhaber der Fribosa AG, der der Landi das Land für das neue Projekt verkaufen will. «Die Landi und damit auch die Fribosa AG sind in dieser Sache ein Bauernopfer», so Ryser, der keinen Hehl daraus macht, dass der Landverkauf seiner Firma in Zeiten der Wirtschaftskrise sehr willkommen wäre. hw/fn >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch