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Gerber Popp bricht mit dem Spital

Sie war Chefärztin – und wird jetzt am Regionalspital auch nicht Belegärztin: Der Streit um Ariane Gerber Popp ist eskaliert.

Das ging schnell. Noch gestern vor einer Woche zeigten sowohl Ariane Gerber Popp als auch das Regionalspital Emmental Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit. Auf Anfrage bestätigte Gerber Popp zwar, dass sie als Chefärztin aufgehört habe, da die Spitalleitung die von ihr aufgebaute Orthopädische Klinik nicht mehr so führen wolle, wie sie es verantworten könne. Sie könne sich aber vorstellen, als Belegärztin am Spital fortzufahren. Dafür zeigte sich auf der Gegenseite Spitaldirektor Bruno Haudenschild offen, denn: «Wir wollen auch künftig eine starke Orthopädie», erklärte er. Dann wurde es Sonntag – und plötzlich war alles anders. Ariane Gerber Popp setzte sich an ihren Computer und liess ihre Leute am Spital wissen, dass sie ihren Vertrag mit dem Spital Ende Monat beende. Sie werde ihren Patienten zwar «weiterhin mein Fachwissen und meine chirurgischen Fähigkeiten» anbieten, jedoch in einer vom Spital «unabhängigen Infrastruktur», hielt sie in dem Schreiben fest, das der BZ vorliegt. «Ist das ‹üses Spital›?» Was war passiert? Gegenüber der BZ wollte sich die Ärztin gestern nicht mehr weiter äussern und sagte nur noch, dass sie ihr Büro nun bereits bis am Sonntag geräumt haben müsse. Etwas Licht ins Dunkel brachte sie dagegen in ihrem Schreiben. Sie kam auf die Weiterbildung zu reden, erklärte, dass sie für diesen so zentralen Bereich auch als Belegärztin gerne die Verantwortung getragen hätte. Dies sei für sie «eine essenzielle Bedingung für eine konstruktive Zusammenarbeit» mit dem Spital gewesen – allein, sie habe festgestellt, dass ihr interimistischer Nachfolger Henk Eijer, «ohne mich zu involvieren, diesbezüglich Verhandlungen führt» und weiter beabsichtige, «gut funktionierende Abläufe zu ändern». Dazu kam die Sache mit dem offenen Brief, mit dem sich ihr Team in der Chefetage für sie stark gemacht hatte. Ihre Sekretärin hatte ihn per E-Mail verschickt und wurde daraufhin «von Herrn Haudenschild zitiert und mit der fristlosen Kündigung bedroht. () Da dachte ich mir: Ist das wirklich ‹üses Spital›, in dem ich arbeiten will?» Weit herum ein guter Ruf Was es nun für das Spital heisst, dass sie diese Frage mit Nein beantwortet hat? Noch bleibt die Frage offen. Wegen der Feiertage waren gestern Nachmittag weder Direktor Haudenschild noch Verwaltungsratspräsidentin Eva Jaisli erreichbar. Die Verantwortlichen dürfte der Bruch mit Gerber Popp aber insofern schmerzen, als sie, wie sie letzte Woche vorrechnete, mit ihrem Namen dem Spital im stationären Bereich zu dringend benötigten Patienten verhalf. Kein Wunder – «ihre medizinische Qualität und ihr Name» hatten dem Spital, so der offene Brief, «einen hervorragenden Ruf nicht nur regional, sondern auch ausserkantonal verschafft». Stephan Künzi>

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