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Geschichte mit vielen Hochs und Tiefs

Wenn am Wochenende die Viehzüchter von Gurzelen und Seftigen Jubiläum

«Der Fleiss macht sich durch Genugtuung und Freude am Erfolg bezahlt», schreibt der alt Landwirt Ernst Hänni in der Hundertjahrchronik des Viehzuchtvereins Gurzelen-Seftigen. Nächstes Wochenende feiert die Genossenschaft bei der Kirche Gurzelen ihr 100-jähriges Bestehen. Los gehts am Samstag mit der Auffuhr von 194 Kühen. Ab neun Uhr werden die «Konkurrentinnen» durch vier Schaurichter punktiert und nach Rangstufen eingeteilt. Um halb elf lädt der VZV sämtliche Gäste zu einem Apéro ein; gleichzeitig läuft die Vorführung im Ring. Nachmittags ab 14 Uhr sind Wahlen angesagt: Gekürt werden die Miss und die Vizemiss sowie die Miss- und die Vizemiss-Schöneuter. Ab 15.30 Uhr beginnt der Abzug der mit Treicheln, Glocken und Schmuck behängten Kühe. Früh eigene Alp gekauft Die Leidenschaft in der Zuchtarbeit habe die Züchter in all den Jahren ohne Unterbruch begleitet, heisst es in der Jubiläumschronik weiter. Selbst die Kriegsjahre, die Maul- und Klauenseuche sowie Bang, Tuberkulose und weitere Viehseuchen liessen sie nie von ihrem züchterischen Bestreben abhalten. Rund zwei Jahre nach der Gründung im Jahr 1910 wagten die Mitglieder den Kauf der Mentschelenalp, um dort das Jungvieh zu sömmern. Die 1917 neu gegründete Weggenossenschaft mit weiteren Alp- und Waldbesitzern verhalf der Mentschelenalp zu einer perfekten Erschliessung. Während vieler Jahre hielt die Beschaffung von Genossenschaftsstieren den Viehzuchtverein auf Trab. Nicht immer seien alle gleicher Meinung gewesen. Weil gut ausgewiesene Stiere bisweilen rar waren, mussten für ein Tier bis zu 8000 Franken bezahlt werden. Mancher Stierzüchter würde heute ob einem solchen Preis frohlocken: Für Stiere mit guten Abstammungsscheinen müssen die Züchter froh sein, wenn sie einen Jungstier für 2000 Franken an den Mann bringen können. Schuld daran ist das Aufkommen der künstlichen Besamung (KB) in den Sechzigerjahren – sie verdrängen die natürliche Besamung durch Stiere mehr und mehr. Erfolg dank Technik Doch gerade dieser technische Fortschritt hat nicht nur den Gurzelern und Seftigern zu einem sprunghaften Fortschritt in der Zucht verholfen. Über die Einkreuzung von ausländischen Milchrassen haben sowohl die Milchleistungen, die Melkbarkeit wie auch die Euterformen drastisch verbessert werden können, heisst es in der Chronik. Um die Strukturen zu vereinfachen und weil es immer weniger Landwirtschaftsbetriebe gibt, schlossen sich am 8. März 2004 die Viehzuchtgenossenschaften von Gurzelen und Seftigen zusammen. Aktuell zählt der neue Viehzuchtverein Gurzelen-Seftigen 16 Mitglieder mit insgesamt 320 im Herdebuch eingetragenen Zuchttieren. Es figurieren darin Tiere aus den vier Zuchtsektionen Red Holstein, Holstein, Swiss Fleckvieh und Reine Simmentaler. Erwin Munter >

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