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Grossrat will Verlegung in den Boden

Die Berner Regierung hat den Auftrag erhalten, sich bei der BKW für die Verlegung der Starkstromleitung Wattenwil–Mühleberg in den Boden einzusetzen. Der Grossrat hat gestern eine überparteiliche Motion überwiesen.

Grosse Freude bei Fritz Ohnewein über den gestrigen Entscheid des Grossen Rats: «Das ist ein wichtiger Teilsieg», sagt der Präsident der IG Umweltfreundliche Hochspannungsleitung Wattenwil-Mühleberg (IG-UHWM). Der Grosse Rat hat eine überparteiliche Motion mit 94 zu 44 Stimmen bei 7 Enthaltungen überwiesen. Der Vorstoss verlangt, dass der Regierungsrat bei der BKW darauf hinwirkt, dass die geplante Starkstromleitung zwischen Wattenwil und Mühleberg in den Boden verlegt wird. Dies soll dort geschehen, wo «Anwohner betroffen sind und geschützte Landschaften beeinträchtigt werden». Der Regierungsrat beantragte, die Motion anzunehmen. Der Kanton Bern ist Mehrheitsaktionär der BKW, die Regierungsräte Barbara Egger und Urs Gasche sitzen im Verwaltungsrat. FDP-Fraktion dagegen Der Vorstoss wurde von den vier Grossräten Christian Brönnimann (BDP, Zimmerwald), Matthias Burkhalter (SP, Rümligen), Fritz Ruchti (SVP, Seewil) sowie Rita Haudenschild (Grüne, Spiegel) eingereicht. Sie bedankten sich beim Regierungsrat für die Entgegennahme ihres Anliegens. Es sei heute möglich, Hochspannungsleitungen in den Boden zu verlegen, da habe die Technik enorme Fortschritte gemacht, argumentierte Motionär Brönnimann vor dem Grossen Rat: «Die bestehende Leitung war vor siebzig Jahren eine Pioniertat. Das sollte heute mit der Erdleitung ebenfalls so sein.» Klar gegen die Motion stellte sich lediglich die FDP-Fraktion. Ihre Sprecherin Sandra Wyss (Bern) sagte, dass aus technischer und wirtschaftlicher Sicht die Freileitung vorzuziehen sei. «Eine Erdverlegung bedeutet ebenfalls einen massiven Eingriff in die Landschaft», sagte Wyss. Wie sich dies auswirken würde, sei momentan mangels Vergleichsmöglichkeiten unbekannt. Teile der BDP- und SVP-Fraktionen votierten ebenfalls gegen den Vorstoss. Dabei standen neben der Argumentation der FDP auch die Kosten im Vordergrund. Freileitung kostet weniger Das Projekt der BKW sieht vor, zwischen den beiden Ortschaften auf einer Distanz von 32,7 Kilometern die bestehende Freileitung zu ersetzen. Dabei soll die Leistung von 132 auf 220 Kilovolt erhöht und sollen bis zu 90 Meter hohe Masten gesetzt werden. Gegen dieses Vorhaben regt sich seit Beginn massiver Widerstand: So gingen über dreihundert Einsprachen von Einzelpersonen und Gemeinden ein. Die IG-UHWM sowie der Verein «Hochspannung unter den Boden» (HSUB) bekämpfen das Vorhaben seit mehr als fünf Jahren. Sie begründen den Widerstand vor allem mit der Verschandelung des Landschaftsbildes durch die riesigen Masten. Ein weiteres Argument ist die Strahlung, da die geplante Leitung mitten durch besiedeltes Gebiet führt. Die BKW stellt sich auf den Standpunkt, dass eine Freileitung weitaus günstiger und einfacher zu warten sei. Laut einer internen Rechnung würde eine Erdleitung rund sechs Mal so viel kosten wie eine Freileitung. Die Freileitung ist auf rund 41 Millionen Franken veranschlagt. Der Bund entscheidet Ohnewein hofft, dass nun Diskussionen mit der BKW möglich werden: «Das Beste wäre, wenn die BKW mit dem Kanton, den betroffenen Gemeinden und der IG an einen Tisch sitzen würde.» Das Signal des Kantons zeige, dass ein Umdenken für neue Technologien stattfinde, sagt Ohnewein. Ob die Freileitung gebaut wird, entscheidet letztlich der Bund. Das Bundesamt für Energie wird voraussichtlich Anfang nächstes Jahr darüber befinden. Anna Tschannen>

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