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«Haben uns nie gegen Netze gewehrt»

Nach dem jüngsten

Stefan Schwarz, weshalb sind Berns Brücken nicht längst mit Netzen gesichert? Stefan Schwarz: Die Situation hat sich in den letzten zwei Jahren zugespitzt. Zuvor war die Suizidrate auf Brücken rückläufig oder stabil. Die aktuelle Entwicklung macht auch uns nachdenklich. Erst recht, wenn Schulkinder zuschauen müssen. Solche Situationen sind für alle Betroffenen schrecklich. Weshalb hat sich die Stadt bisher gegen Netze gewehrt? Der Gemeinderat hat sich nie gegen Netze gewehrt. Wir haben aber Probleme erwähnt, die sie mit sich bringen können. Eine gute Lösung zu finden ist nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. was für Probleme? Beispielsweise Vandalenakte: Jugendliche, die in der Nacht in die Netze klettern oder Velos reinschmeissen. Uns fehlen dazu Erfahrungswerte, weil in Europa nirgends zuvor Brücken mitten im Stadtzentrum mit Netzen gesichert wurden. Daneben gibt es technische, juristische und gestalterische Fragen zu lösen. Die Münsterplattform hat seit Jahren Netze. Die Münsterplattform ist nicht vergleichbar, da sie nach 23.30 Uhr geschlossen ist. Zudem hängen die Netze dort mehrere Meter tief – da klettert keiner rein. An den Brücken liessen sich die Netze aber nur knapp unter Trottoirhöhe anbringen. Aus diesen Gründen wollen sie auf Netze verzichten? Nein, aber die Probleme, die sich stellen, müssen sorgfältig abgeklärt werden. Da sind wir dran – eine Arbeitsgruppe aus Architekten, Ingenieuren, Vertretern der Sanitätspolizei und der Denkmalpflege wurde eingesetzt. Dann werden Berns Brücken demnächst gesichert? Wir tun, was in unserer Macht steht. Schliesslich hat der Stadtrat eine entsprechende Motion überwiesen. Diese setzen wir um. Allerdings gibt es zeitliche Faktoren, auf die wir keinen Einfluss haben. So müssen wir eine Baubewilligung beantragen. Und dagegen kann es Einsprachen geben. Der Denkmalschützer liess bereits durchblicken, bei Bedarf eine solche Einsprache zu machen. Was halten sie davon? Die Berner Brücken sind denkmalgeschützt und liegen im Bereich des Weltkulturerbes. Die Denkmalpflege ist die gesetzliche Hüterin dieser Anliegen. Wir suchen deshalb zusammen mit ihr nach guten Lösungen. Interview: tobStefan Schwarz ist Generalsekretär der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün. >

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