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Halb nackte Wahrheiten

Was wollen Frauen wirklich? Die Darsteller von «Ladies Night» gehen dieser Frage mit Körper, Witz und Musik auf den Grund.

Englisch ist nicht Berndeutsch. Was die arbeitslosen Fabrikarbeiter im Originalstück «The Full Monty» an Wortwitz austauschen, wirkt in Berner Dialekt oft schwerfällig. Nicht immer lässt sich, wie im berndeutschen Musical «Ladies Night» zu hören, der britische Humor in witzige schweizerdeutsche Pointen umwandeln. Was die Darsteller des Theaterprojekts Worb aber mit tänzerischen Einlagen und raffiniertem Strip auf die Bühne legen, kommt dem englischen Original nahe. Das Publikum leidet mit, wenn zu Beginn auf der Bühne Untergangsstimmung herrscht und die Arbeitslosigkeit zu Aggressionen führt. Unterstrichen wird die Szenerie durch eine einfache Kulisse aus grauen Holzwänden, die mal als Hintergrund der Fabrik, mal als Wohnzimmerwände dient. Vom Reiz des Versteckens Die arbeitslosen Fabrikarbeiter suchen nach einer Lösung aus der finanziellen und sozialen Misere. Das Auftauchen von Tom, dem überbordenden und gut gelaunten Energiebündel (gespielt von Peter Huber), und das Projekt «Stripshow» geben den Jungs neuen Lebensmut. Zum Weg dorthin gehören viel Körperarbeit und diffuse Bekanntschaften. Die Frage, was die Frauen in einer Stripshow überhaupt erleben möchten, steht plötzlich im Mittelpunkt. Nicht die gänzliche Offenbarung der nackten Tatsachen sei gefragt, sondern der Reiz des Versteckens, erklärt Catherine, die Frau des Barbesitzers (gespielt von Marianne Kaiser). Aber es sind nicht nur die Frauen, auch die männlichen Zuschauer jubeln schliesslich den Fabrikjungs auf der Bühne zu und klatschen im Rhythmus der Musik. Schutzhelme sei Dank Im Schlussakt singen die Darsteller Göläs «Stoub uf dr Lunge, Dräck uf dr Zunge» und versetzen die Zuschauer einen kurzen Moment ins Büezerleben. Im Finale dann vergessen die sechs Männer alles um sich herum. Sie lassen Überhosen und karierte Hemden fallen. Nicht aber die gelben Schutzhelme. Die brauchen sie für das Verstecken, was Frauen eben wollen. Simone Wölfli>

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