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Hans Bachmann, der Bergbezwinger

AlpinistDer Pferdezüchter und ehemalige Käseeinkäufer Hans Bachmann aus Krauchthal wurde kürzlich in Zermatt geehrt. Als einer der wenigen Bergsteiger in der Schweiz schaffte er es, im Verlaufe

In den Schweizer Alpen sind 48 Gipfel höher als 4000 Meter über Meer. Einmal im Leben auf einem dieser Viertausender zu stehen, bleibt für die meisten Menschen ein unerfüllter Traum. Hans Bachmann aus Krauchthal war oben – auf jedem. Dabei begann seine Bergsteigerkarriere erst im Alter von 35 Jahren. Als junger Mann leitete Hans Bachmann – der ursprünglich aus dem Luzernischen stammt – zusammen mit einem seiner sieben Brüder in Kölliken AG eine Käserei. Ende der Siebzigerjahre zog es ihn zusammen mit seiner Frau Margrit und den beiden Kindern auf den Hof Gitziboden ob Krauchthal. Hier betrieb er während Jahren eine Schweinezucht und arbeitete bis zu seiner Pensionierung im Haupterwerb als Käseeinkäufer für die Käsehandelsfirma Milka AG in Burgdorf. Vor rund 15 Jahren stellte er auf dem Gitzibode die Schweinehaltung ein; seither widmet er sich der Zucht von Pferden für den Trabrennsport. Als Ausgleich zur Arbeit im Käsehandel und auf dem Hof hat Hans Bachmann vor 30 Jahren mit Bergsteigen angefangen. In Kursen der Bergsteigerschule Grindelwald erwarb er sich damals die nötigen Kenntnisse. So kam es, dass er im Juli 1981 zusammen mit Bergführer Werner Burgener aus Grindelwald zum ersten Viertausendergipfel im Walliser Monte-Rosa-Massiv aufbrach. In der Folge gesellten sich jeden Sommer ein paar Berge dazu. Jahre später, nach etwa 35 Gipfeln, erwachte in Hans Bachmann der Gedanke, dass es im Bereich des Möglichen liegen könnte, irgendwann alle Viertausender bezwungen zu haben. Schliesslich hatte er in den Zwischenzeit seine Kletterkünste auch an Eiger, Blüemlisalp, Wetterhorn, Bietschhorn und anderen Gipfeln mehr bis hin zum alpinen Schwierigkeitsgrad IV so weit verfeinert, dass dieses Ziel in realistische Nähe rückte. Diesen Sommer war es so weit; wie in den Anfängen und während all der Jahre zusammen brach er mit Bergführer Werner Burgener auf, diesmal zum letzten noch fehlenden Viertausender, dem Hohberghorn (4219 Meter) in der Mischabelgruppe, dessen Gipfel er an einem schönen Julitag nach einem langen und anstrengenden Aufstieg erreichte. Surrende Pickel Anfang Dezember wurde Hans Bachmann an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Bergführerverbandes in Zermatt für seine Leistung geehrt. Angesprochen auf herausragende Erlebnisse, erwähnt er die Besteigung des Schreckhorns in den Berner Alpen oder des majestätischen Weisshorns im Wallis. Ausserordentlich kritisch sei es einmal beim Aufstieg zum Aletschorn gewesen, als die Seilschaft von einem heftigen Gewitter überrascht worden sei. Die metallenen Eispickel hätten in der elektrisch geladenen Atmosphäre gesurrt. Hartnäckigkeit und Ausdauer erforderte die Besteigung des Dent d’Hérens. Bereits die Reise über den Grossen St.Bernhard ins italienische Aosta und weiter bis zum Rifugio im Valpelline hatte den Charakter einer kleinen Expedition. Wegen schlechter Wetterverhältnisse glückte die Besteigung erst beim dritten Anlauf. Dass Hans Bachmann aber trotz seiner Leidenschaft für die Berge immer zuerst für Haus und Hof da war, belegt folgende Reminiszenz: Im Sommer 1999 hielt er sich einige Tage in Frankreich im Gebiet des Montblanc auf, um den höchsten Alpengipfel (4810 Meter) zu bezwingen. Als Heuwetter angesagt war, fuhr er kurzerhand heim, um nach dem Heuet zwei Tage später wieder am Montblanc erfolgreich zu sein. Ueli Aeschbacher >

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