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Hans Lörtschers Bilder und Filme faszinieren heute noch

Rösi Schneider verwaltet den Nachlass ihres Onkels, des bekannten Fotografen Hans Lörtscher. Sie zeigt seine alten Dias und Filme über die Natur, das einfache Leben der Bergbauern und Naturereignisse

Immer wieder führt Rösi Schneider an Vorträgen zahlreichen Besuchern ihre eigenen Dias und Filme und alte Dias aus dem Nachlass des Fotografen Hans Lörtscher vor. Sie macht das gerne, kommentiert treffend und zeigt die schöne Natur, das Brauchtum und die Menschen des Frutigtals. So passiert im Januar im Kirchgemeindehaus Frutigen vor 260 Besuchern und auch im Februar für die Bäuert Faltschen im Kirchgemeindehaus Reichenbach. Die Bäuerin aus Faltschen (Gemeinde Reichenbach) hat ein gutes Auge, beim Fotografieren erwischt sie den richtigen Augenblick. Allerdings wartet sie nicht stundenlang am gleichen Fleck in der freien Natur wie ihr Onkel Hans Lörtscher, der die passenden Lichtverhältnisse abwartete oder hoffte, dass eine Wolke sich für eine optimale Bildkomposition noch verschob. Und sie muss auch nicht mehr einen etwa vierzig Kilogramm schweren Rucksack mit den Fotoplatten mitschleppen. 30 Jahre Lörtscher-Filme Schon seit 30 Jahren sind die alten Dias und viele Filme ihres Onkels Hans Lörtscher bei Rösi Schneider in Faltschen gelagert. Sie findet auch die Gespräche mit alten Leuten, die an den Vorträgen aus ihren Erinnerungen erzählen, interessant. So etwa vom Hirtsommer im Kiental, von der Entstehung des Tschingelsees, einer «Holztregi» für den Bau der Hütte an Gumpel, vom Skispringen in Adelboden, von der Munitionsexplosion in Mitholz, vom Thunersee bis ins engere Oberland oder sogar vom Lötschental. Und sie lagert ebenfalls die Tonbandkassetten, auf denen Lörtschers Originalkommentare verewigt sind. Dieses Erbe, das die Geschwister Lörtscher verwalten, ist auch für die Kulturgutstiftung Frutigland von Interesse. So meint deren Präsident Ruedi Egli: «Wir haben erste Gespräche geführt und möchten die alten Filme professionell digitalisieren lassen.» Ab 1980 musste die heute 68-jährige Rösi Schneider jedes Jahr bei der Polizeidirektion des Kantons Bern eine Bewilligung zur «Vorführung von Schmalfilmen» einholen und dafür bezahlen. «Das ist jetzt nicht mehr vorgeschrieben», erzählt sie. Der Fotograf Hans Lörtscher Hans Lörtscher lebte von 1901 bis 1979 in Frutigen. 1930 eröffnete der Bauernsohn aus Winklen an der Hauptstrasse in Frutigen ein Fotogeschäft. Er hatte Flachmaler gelernt und bildete sich mit einem selbst gebauten Fotoapparat autodidaktisch zum Fotografen aus. In seinem Fotoverlag vertrieb er Ansichtskarten mit fünfhundert verschiedenen Sujets. Für jedes Bild, das er zum Verkauf anbot, musste er eine Bewilligung einholen. Das Geschäft verkaufte er 1949 an seinen Angestellten Willy Burlon, wohnte und arbeitete dann im Haus von Familie Bircher in der «Farb». Im Buch von Paul Hugger «Das Berner Oberland und seine Fotografen» wird er als «aussergewöhnlicher Landschaftsfotograf» bezeichnet. Bis zu seinem Tod führte der Junggeselle immer wieder seine Filme «Friede über Berg und Tal», «Bergheimat im Zytwandel» oder «Blumen und Tierwelt unserer Berge» vor. Diese Filme bestehen aus drei grossen Spulen mit je einer halben Stunde Spielzeit. Mit dem Töff unterwegs Ab etwa 1950 führte er seine Aufnahmen regelmässig den Feriengästen, an Versammlungen, Anlässen und in Schulen vor. Auf seiner Jagd nach guten Sujets im Frutigland war er oft mit seinem BMW-Motorrad unterwegs. Für die Vorträge ist er mit dem Zug angereist. In einer Offerte beschrieb er 1978 die Kosten so: «120 Franken pro Abend plus das Halbtax-Bahnbillett und die Filmgepäckspesen, am Bestimmungsort abgeholt ab Bahnstation und wieder retour gebracht. Die Eintrittspreise an den Vorführungen lagen 1951 bei 40 Rappen für Kinder und Fr. 1.70 für Erwachsene. Rösi Reichen >

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