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Heisse Stimme gegen die Kälte

InterlakenLuciana Gabriela Miguel und Amadeo Zunino aus Argentinien traten im Kunsthaus auf. Die Sängerin und der Bassist bezwangen die Winterkälte mit Latein- und Südamerikanischen Melodien.

Mitten im eiskalten Februarwinter, in dem sich die Unternullgrade bis in die Herzen der Menschen fressen, versuchte Luciana Gabriela Miguel aus La Plata, Argentinien, am Samstag die Herzen der Zuhörer im Kunsthaus Interlaken mit ihrer starken, vollen Tangostimme zu erwärmen. Dass dies für sie und ihren Begleiter, den Bassisten Amadeo Zunino, ebenfalls aus La Plata, nicht einfach war, zeigten die zögerlichen Klatscher aus dem Publikum. Dies lag allerdings nicht allein am zurückhaltenden Berner Oberländer Publikum, sondern vor allem an der tiefen Zahl der Anwesenden: Luciana und Amadeo mussten sich mit rund 20 Zuhörern zufriedengeben, was wohl auf die eisigen Wintertemperaturen zurückzuführen war. Schade um diese hochbegabte Sängerin, deren Stimme gern viele begeistert hätte. Luciana und Amadeo indes, die auf ihrer Tournee durch die Schweiz 15 Konzerte geben, liessen sich professionell nicht davon beeindrucken und gaben ihr Bestes. Dem strahlenden Charisma der Sängerin mit Sombrero als Markenzeichen gelang es schliesslich, das stille Publikum doch noch mitzureissen. Sie liess durch ihren ehrlichen Charme Funken sprühen. Und dies gar, wenn sie die allertraurigsten Tangos oder Milongas zum Besten gab. Was keineswegs einen Widerspruch darstellte, sondern vielmehr die Lebensart des Südens zur Geltung brachte. Luciana und Amadeo sangen und spielten Canciones aus Argentinien und Mexiko, Tangos von Carlos Gardel oder Astor Piazzolla, spanische Rumbas und Folklore. Eindrücklich war Lucianas Interpretation von Mercedes Sosas «Gracias a la vida». Auffallend war, das Lucianas Gitarre als Begleitinstrument fungierte und Amadeos Bass oft die melodiösen Parts übernahm – ein sonst eher schwieriges Unterfangen, das hier voll und ganz gelang. Einen Schritt in Richtung eines allfälligen Laienpublikums machte das Musikerpaar mit dem kubanischen Lied «Guantanamera». Diesen «Allerweltssong» wegzulassen, wäre aber, um das hohe Niveau des Abends beizubehalten, allemal besser gewesen. Den selbst nach Aufforderung der Künstler mochte niemand aus dem Publikum so richtig mitsingen. Bereichernd war das Konzertende, wobei sich die beiden Künstler spontan mit den beiden Interlakner Musikern Sandro Häsler an der Trompete und Roman Arthur Wiedemar an der Gitarre von Luciana zum Quartett zusammenschlossen. Es zeigte, dass ein Instrument mehr das Paar musikalisch sehr bereichern könnte. Sonja L. Bauer >

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