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Hier trifft Festfreude auf Zügelstress

Die Eröffnung des

An einem Tisch im «Bärengraben»-Zimmer des Alterssitzes Neuhaus in Münsingen sitzen Seniorinnen mit ihren Betreuerinnen. Die alten Frauen stricken, weben, flechten und haben es lustig miteinander. Es riecht nach Guezli, die sie vorher gebacken haben. Beides wird am morgigen «Neuhausfest» verkauft. Die Stimmung ist vordergründig ruhig. Spricht man den bevorstehenden Zügeltag an, zeigt sich aber Nervosität. Angst vor Veränderung Die rund 40 Seniorinnen und Senioren werden am Montag vom Altbau in den Neubau umsiedeln. Im Altbau wohnen sie in Zweier- oder gar Viererzimmern. Nächste Woche werden sie über einen eigenen Raum mit Bad und Fernsehanschluss verfügen. Die Reaktionen auf die veränderte Situation fallen gemischt aus. «Mich freuts so halb und halb», sagt Hanni Tanner. Der 86-Jährigen war es mit ihren drei Zimmergenossinnen ganz wohl gewesen. «Ich habe gern Gesellschaft», erklärt sie und flicht weiter an ihrem Einkaufskorb. Der Einwand von Aktivierungsfachfrau Sonja Ritter «Sie können dort einander besuchen und zusammen im Wohnzimmer sitzen» vermag Hanni Tanner nicht ganz zu überzeugen. Vorbehalte äussert auch Trudy Burri (86). Die fast blinde Frau strickt an einem hellblauen Topflappen und sagt: «Auch ich habe gerne Leute um mich herum.» Anderer Meinung ist dagegen Margrit Soltermann. Die 64-Jährige sitzt strickend im Rollstuhl und meint dezidiert: «Ich freue mich, ein Zimmer für mich alleine zu haben.» Sicht in die Weite Modernes trifft auf Altes: Der dreigeschossige Neubau ergänzt den um 1790 erbauten Münsinger Alterssitz auf reizvolle Weise. Ernst Schweizer, Geschäftsleiter der Alterssitz Neuhaus Aaretal AG, führt durch den Garten. Dessen Hecken und Bäume sind entfernt worden. Es herrscht freie Sicht auf Wiesen, die Bahnlinie Bern–Thun und die Alpen. «Viele unserer Bewohner schätzen den Blick ins Weite», sagt er auf dem Weg zum noch leer stehenden Neubau. Die Türen zu den Zimmern stehen offen. Diese verfügen über einen Boden mit Eichenparkett und eine grosse Fensterfront sowie eine grosse Nasszelle. Ein Pflegebett wird zur Verfügung gestellt. «Die Bewohner haben aber die Möglichkeit, noch ein oder zwei Kleinmöbel mitzunehmen», erklärt Ernst Schweizer. Abteilung für Demente Rund 40 der 60 neuen Zimmer werden am Montag bezogen. Die restlichen sind bereits alle reserviert. «Bis im Oktober werden alle bezogen sein», so Schweizer. Wohnen werden die pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren in Zwölfergruppen. Pro Wohngruppe gibt es ein grosses Gemeinschafts- und Esszimmer mit einer Terrasse. Im Parterre des Neubaus wurde zudem eine Wohngruppe für Personen mit fortgeschrittener Demenz eingerichtet. Der eingezäunte Garten ist so angelegt, dass die Patienten sich beim Spazierengehen gut orientieren können. Inklusive Landanteil und Einrichtungen wurden für den Neubau 19 Millionen Franken budgetiert, die Endabrechnung steht noch aus. In einer zweiten Etappe, bis 2012, soll ein Angebot für betreutes Wohnen realisiert werden. Vorgesehen sind Kleinwohnungen mit Dienstleistungen nach Wahl. Neue Büroräume Sind die Bewohnerinnen und Bewohner erst einmal umgezogen, wird der Altbau sanft renoviert. Weil es keinen Lift gibt, wird er inskünftig nicht mehr für Wohnzwecke benutzt. Cafeteria und Empfang verbleiben im Parterre. Die restlichen Räume werden in Verwaltungs- und andere Zweckräume umgewandelt. Laura Fehlmann • •www.oma-und-opa.ch Tag der offenen Tür und Neuhausfest: Samstag, 28. August, von 10.30 bis 16 Uhr. Eröffnungsakt 11.30 Uhr. Kulinarisches. Stand mit Handarbeiten. Musik und Infos. >

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