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«Ich fühle mich wie ein Lamborghini auf einer Go-kart-Piste»

Philippe SoutterDer ehemalige Tigers-Trainer (48) ist seit dieser Saison bei Verbano Unihockey Gordola im Tessin tätig. Soutter sagt: «Ich

Wie erleben Sie die Unihockey-Arbeit im Tessin? Philippe Soutter: Es ist eine grosse Herausforderung. Ich arbeite und lebe hier mehr für das Unihockey, als ich dies im Emmental getan habe. Gerade im Ausbildungsbereich gibt es im Tessin noch sehr viel Arbeit. Wie steht es um den Nachwuchs im Süden der Schweiz? Es gibt hier mehr Vereine, als man als Aussenstehender vermuten könnte. Nur leider denken die meisten Vereine nicht über den eigenen Gartenzaun hinaus – die Rivalitäten sind teilweise tief verwurzelt. Es gibt einige Talente, die sich nicht optimal entwickeln können. Wenn du in einem Team drei Talente hast und daneben drei, die zu viel Pasta essen, dann wird es schwierig, Kontinuität zu erlangen. Sie trainieren das Drittliga-Team von Verbano Unihockey. Der Aufstieg dürfte Formsache sein. Ich arbeite vor allem im Nachwuchsbereich, leite im Verein über ein Dutzend Trainings pro Woche. Das Betreuen der ersten Mannschaft ist ein kleiner Teil. Wir sind den restlichen Teams deutlich überlegen, aber unsere Gruppe in der 3. Liga ist ein Irrenhaus, eine «Hackerliga» mit lateinischem Temperament. Das klingt nicht nach der grossen sportlichen Herausforderung. Ich habe für eine weitere Saison zugesagt, aber es ist eine Gratwanderung. Ich arbeite im zweitgrössten Sportverein des Tessins, die Strukturen sind ein Genuss. Aber Unihockey ist hier immer noch ein Plauschsport, der Leistungsgedanke kaum verankert. Ein «Plöischlerteam» braucht eigentlich keinen Trainer wie mich – ich fühle mich wie ein Lamborghini auf einer Go-Kart-Piste. Bei der Qualität fehlt es an Quantität. Und weshalb bleiben Sie? Das Leben im Tessin hat eine Qualität, die mir gefällt. Ich wohne inmitten der Weinberge mit Blick auf die Magadinoebene, die Balance zwischen Leben und Arbeit stimmt zurzeit, aber: Ich vermisse den Pulverdampf der Swiss Mobiliar League also dürfen wir Sie in der höchsten Liga doch als Trainer ins Gespräch bringen? Einige Teams sind auf der Suche. (Lacht) Eben, den Pulverdampf vermisse ich. Und es ist beispielsweise eine meiner Qualitäten, ein Team auf den Gegner einstellen zu können. Spielen wir gegen Lugano, geht das nicht, weil der Gegner gar kein System hat. Wie erwähnt, ich habe für eine weitere Saison zugesagt, aber man sollte niemals nie sagen. Das Nationaltrainer-Amt ist ebenfalls vakant. Zwei Jahre vor der Heim-WM bräuchte es dafür doch einen «Verrückten» (lacht laut) dafür wäre ich zu verrückt. Gut, bei einer Anfrage würde ich mir das sicher überlegen. Thomas Berger und ich wären übrigens ein interessantes Trainerduo – dies meine ich nicht als Scherz. Interview: rek >

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