Zum Hauptinhalt springen

«Ich werde dem noch nachgehen»

InterlakenRudolf Zumstein als Vorsteher der Waldabteilung 1 Oberland Ost nimmt Stellung zu den Vorwürfen, die der private Forstunternehmer Andreas von Bergen dem Staat gegenüber macht.

Der Guttanner Forstunternehmer Andreas von Bergen richtet schwere Vorwürfe an die staatlichen Forstverantwortlichen, wonach diese im Grosswald oberhalb von Guttannen ein Chaos angerichtet haben. Was entgegnen Sie ihm? Nach Eingabe des Beitragsgesuchs durch die Bäuertgmeinde Boden-Guttannen habe ich vor drei Jahren die Situation besichtigt und mit dem zuständigen Revierförster und dem Waldbesitzer den Holzschlag angezeichnet. Er wurde im Rahmen des Schutzwaldpflegeprojekts durch einen privaten Forstunternehmer wie geplant ausgeführt. Bei der Kontrolle des Schlages im Oktober 2009 hatte ich einen guten Eindruck von der Ausführung dieser Arbeit. Die Schlagräumung soll dort oben aber himmeltraurig aussehen, einiges dürres Geäst liege auf dem Jungwuchs und hindere diesen am Gedeihen, beschwert sich Andreas von Bergen. Ich konnte kein Chaos erkennen – der Jungwuchs war von Ästen befreit worden. An der Talstation der Seilkrananlage fielen viele Äste an, die dort als Haufen deponiert wurden. Später soll es durch Sturm noch einige Zwangsnutzungen gegeben haben. Ob bei deren Aufrüstung junge Bäume unter Äste geraten sind, weiss ich nicht. Vorwürfe zu erheben ist leicht, es aber selber nicht besser zu machen, ist sehr schade. Ihnen wird jetzt aber sogar Betrug am Steuerzahler vorgeworfen, weil 50 zum Fällen gezeichnete Bäume, deren Farbmarkierungen aber wegpoliert worden sind, nachweislich auch heute noch stehen. Ich distanziere mich von diesem Vorwurf. Mir ist nicht bekannt, wer die Farbe gelöscht haben soll. Ich werde dem jedenfalls noch nachgehen. Es kann gut sein, dass mal der eine oder andere Baum stehen bleibt, weil er nicht ideal zur Seilkran-Linie oder zu weit weg davon steht. In der Regel ist es eher so, dass der Unternehmer mehr Bäume aus dem Wald holt, als vorgesehen. Das Fällen und Abtransportieren der noch stehenden 50 Bäume ist also schon mal bezahlt worden. Wenn sie dann später wirklich gefällt werden, bezahlt der Steuerzahler diese Entfernung nochmals. Klingt schon merkwürdig, oder? Nein. Die angezeichneten 50 Bäume sind nicht einzeln subventioniert worden. Es ging um die Waldfläche von acht Hektaren. Der Kanton hätte keinen einzigen Franken mehr oder weniger Subventionen bezahlt, wenn diese 50 auch entfernt worden wären. 400 Höhenmeter weiter unten, im Spreitgraben, hat der Staat es laut von Bergen versäumt, frühzeitig im Bereich des Aare-Flussbettes auszuholzen, wodurch sich die Situation bei den Murgängen letztes Jahr zuspitzte. Bei Bächen ist die Schwellengemeinde zuständig; der Förster wird beratend beigezogen. Seit 2005 kann das Entfernen schief stehender, absturzgefährdeter Bäume subventioniert werden. Bis die wichtigsten Uferpartien im östlichen Oberland behandelt werden, wird es noch einige Jahre dauern. Ich kann jährlich maximal 350000 Franken dafür einsetzen. Mein Wunsch ist, dass die Verantwortlichen jedes Jahr ein Stück behandeln und so der Unterhalt der Uferbestockung nicht in Vergessenheit gerät. Interview: Bruno Petroni >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch