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Ich will in den EM-Final

Marc Schneeberger (28) aus Kallnach ist der schnellste Schweizer 200-Meter-Läufer der Gegenwart

2009 ist ein Übergangsjahr gewesen. In der Vorbereitung hatte ich neue Wege beschritten, einen anderen Aufbau gewählt, mich auf die Starttechnik konzentriert und parallel dazu versucht, mein Stehvermögen zu verbessern. Im Verlauf des Sommers gelang es mir verschiedentlich, die einzelnen Teile miteinander zu verbinden; was fehlte, war die Stabilität. Einerseits erzielte ich im Juni anlässlich des Swiss Meetings in La Chaux-de-Fonds in 20,46 Sekunden persönliche Bestleistung, anderseits blieb ich hin und wieder deutlich unter meinen Erwartungen. In dieser Saison geht es darum, die in der Experimentierphase gewonnenen Erkenntnisse in die Planung und Umsetzung einfliessen zu lassen. Die letzten drei Wochen verbrachte ich gemeinsam mit TVL-Kollegen in Südafrika. Unter der Obhut Trainer Hans Kappelers, welcher einen Teil seiner Ferien für uns «opferte», konnte ich beschwerdefrei durchtrainieren – das hatte es zuvor während längerer Zeit nicht gegeben. Ich bin im Fahrplan, die Automatismen funktionieren zusehends besser. Sprinten ist etwas Intuitives. Nach dem Startschuss lässt sich nichts mehr steuern – die Abläufe müssen sitzen. Zuletzt bestritt ich vor allem 250-Meter-Läufe. Bezüglich Intensität entspricht ein im Training absolvierter 250er etwa einem rennmässig zurückgelegten 200er. Ich würde mich als extremen Wettkampftypen bezeichnen. Etliche Kollegen und Konkurrenten, die mir im Training zu folgen vermögen, sind in den Rennen chancenlos. Meine Mutter ist Katalanin, Spanien meine zweite Heimat. Vier bis fünf Mal jährlich weile ich in unserem Ferienhaus in Cadaqués; das Fischerdorf an der Costa Brava ist wegen des einst dort ansässigen Malers Salvador Dalí bekannt geworden. Ich bin Doppelbürger, habe jedoch nie in Betracht gezogen, für Spanien zu starten. Dennoch haben die Titelkämpfe in Barcelona für mich eine emotionale Komponente, im Zentrum steht aber die Leistung. Vor Jahresfrist war ich in der europäischen Bestenliste ungefähr die Nummer 10, nun will ich zu jenen acht gehören, welche den 200-Meter-Final bestreiten. Tobias Unger hat sich das gleiche Ziel gesteckt, der Deutsche stand bereits einmal im Olympiafinal. Die Vorgabe ist hoch, dessen bin ich mir bewusst. Aber sie ist realistisch, sofern alles zusammenpasst. Aufgezeichnet: mjsIn dieser Rubrik kommen in loser Folge potenzielle Berner Leichtathletik-EM-Teilnehmer zu Wort.>

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