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«Ihr Hirten erwacht! Seid munter und lacht!»

Als erste kommen heute die Hirten von Bethlehem dran. Hirten – verachtet oder verehrt? Altmodisch oder modern? Romantisch oder pickelhart? Haben wir heutigen Menschen mit den Hirten von damals noch etwas gemeinsam?

Wie ich sie liebe, diese Hirten von Bethlehem! Die harten, verachteten und zum Teil verbitterten Männer, die als erste die Engel sahen und von ihnen ganz persönlich angesprochen wurden. Ich war schon immer berührt und beglückt, dass gerade die Hirten diese Riesenüber-raschung erleben durften. Und dass sie hingingen in den Stall der Verheissung. Gott machte es ihnen leicht: Mit dem Stallgeruch waren sie bestens vertraut. Ob sie sich auch in den Palast gewagt hätten, wenn Jesus dort zur Welt gekommen wäre? Allerdings hatten die Hirten auch edle Vorfahren aufzuweisen: Abraham, Isaak und Jakob, aber auch Mose und David waren Hirten. Gott selbst ist der Hirte, der uns auf guter Aue weidet (Psalm 23) und Jesus sagt von sich: «Ich bin der gute Hirte.» «Alltag» ist vorbei! Die Hirten werden durch die Engel richtig «aufgeweckt» aus ihrem normalen Arbeitsrhythmus. Im Bibeltext (Lukas 2, 8–20) und in vielen Weihnachtsliedern wird mit Begeisterung von diesem «Aufbruch» berichtet, der das Leben dieser Hirten total verändert hat: Die Hirten erschrecken, machen sich gemeinsam auf, gehen sofort los, um zu sehen, was die Engel versprochen haben. Sie beten das Kind an. Unerschrocken erzählen sie, was sie erlebt haben. Sie kehren zurück in ihren «Alltag», der keiner mehr ist, weil das Lob und der Dank eben gerade jenen neu machen. Aus den schweigsamen, oft nach Worten ringenden Hirten werden überzeugende Verkündiger! «Wer dem Kind begegnet, lässt sich nicht mehr in alte Systeme und Rollenzuweisungen zwingen. Er wird innerlich frei. Die Hirten werden zu Freien, innerlich, zu Wissenden und Sehenden, die sich nicht mehr den Mund verschliessen lassen.» (D. und V. Theobald) Seid munter und lacht! Könnte diese Aufforderung aus einem Lied an die Hirten auch an uns gerichtet sein? Haben wir überhaupt etwas zum Lachen? Und die grosse Müdigkeit in der strengen Adventszeit ist auch kein Muntermacher! Und all das Schwere auf unserer Welt, und, und und – kann man da noch mit gutem Gewissen munter sein und lachen und sich des Lebens freuen? Die Hirten sind nicht bei ihren Schafen sitzen geblieben. Sie haben sich aufgemacht und sind mit himmlischer Freude reich belohnt worden. Wo bleiben wir sitzen in unserer Routine, gerade auch in unsern Advents- und Weihnachtsgewohnheiten? Auch wir dürfen uns «auf-machen» wie die Hirten, innerlich und äusserlich, und uns und Anderen ein Stück dieser ursprünglichen Weihnachtsfreude zurückholen. Helene Maurer >

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