Zum Hauptinhalt springen

Im Steinbruch wird geprobt

Speziell ist der Ort, eigenwillig die Inszenierung: Die Theatergruppe Stockental probt im alten Steinbruch Schlund von Oberstocken die Fortsetzung von «Marius». Die Kombination «Fanny und César» hat am 4.Juni Premiere.

Vom alten Steinbruch in Oberstocken in den alten Hafen von Marseille: Die Theatergruppe Stockental macht das möglich. Im Gelände des «Schlund» spielen sie «Fanny und César», die Fortsetzung des Stücks «Marius» von Marcel Pagnol. Letzteres haben sie vor zwei Jahren mit grossem Erfolg inszeniert (wir haben berichtet). Regisseur Rolf Bachmann erklärt: «Wir haben die Trilogie in Absprache mit dem Verlag auf unsere Möglichkeiten zugeschnitten.» Das Stück beginnt mit der letzten Szene von «Marius»: Dieser verlässt Vater César und die ihm zugetane Fanny zugunsten seiner allergrössten Liebe, dem Meer. «Es ist aber nicht nötig, dass man ‹Marius› gesehen hat, um ‹Fanny und César› zu verstehen. Und es beinhaltet für die meisten Besucher wohl die grösste Pause, die sie je erlebt haben: 20 Jahre – in 20 Minuten.» Zusätzlich überbrückt ein Erzähler (Daniel Anderes) die Zeitsprünge der Trilogieteile zwei und drei, die in der Stockner Version ineinander überfliessen. Eigenwilliger Charme Im Café de la Marine treffen sich die skurrilen Bewohner des Hafenviertels. «Alle sind sie irgendwie spleenige Typen, aber mit einem eigenwilligen Charme und nicht ohne Humor», bestätigt Bachmann. Und so erlebt das Publikum ein Wechselbad mit berührenden Szenen sowie witzig-grotesken Reaktionen und Situationen. Eine Liebes- und eine Vater-Sohn-Beziehung stehen im Zentrum des Geschehens. Die Theatergruppe spielt seit 1998 im Zweijahresrhythmus. «Steinbruch», «Belinda», «Summer Gschicht», «Verschüpfti Chind», «Manon» und «Marius» wurden als Freilichttheater in Szene gesetzt. Nebst der bewährten Crew ist erstmals Walter Bütschi aus Reutigen als Pfarrer mit dabei. «Adrian Koller wird in unserem Theater erwachsen», schildert Rolf Bachmann. «Er hat in zwei früheren Stücken bereits als kleiner Junge mitgewirkt und reift nun als Sohn von Fanny zum jungen Erwachsenen heran.» Eine grosse Familie Die Theatergruppe Stockental wurde ursprünglich von Peter, Alice und Rolf Bachmann sowie Bruno Schranz ins Leben gerufen. Laienschauspieler aus der Region und Mitglieder der Kyburgbühne Thun gesellten sich dazu. «Wir sind ein grosses Team, eine grosse Familie. Alle Mitwirkenden vor, hinter und auf der Bühne tragen ihren Teil zu unserer Erfolgsgeschichte bei», betont Peter Bachmann. Er führte in den ersten Stücken Regie, bevor Sohn Rolf diesen Part übernahm. Nebst den Eintritten finanziert sich die Theatergruppe – die ohne irgendwelche Kulturbeiträge durchkommt – über Sponsoren und Gönner. Auch das Theater Beizli wird von Leuten aus dem Freundeskreis der Gruppe betreut. Die Tribüne ist gedeckt. Der Vorverkauf fürs Theater startet am 3.Mai. Premiere, mit Spielbeginn um 20.30 Uhr, ist am 4.Juni. Peter Rothacher Spieldaten: 4., 5., 9., 11., 12., 16., 18., 19., 23., 25., 26. und 30.Juni sowie 2.Juli, je um 20.30 Uhr. Eintritt Erwachsene: 25 Franken; bis 16-jährig: 10 Franken. Vorverkauf ab 3. Mai über Tel. 033 345 74 58, Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr sowie 17 bis 19 Uhr, oder über www.theater-stocken.ch. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch