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Inforama-Direktor wird nicht ersetzt

Das Inforama kann nicht weitergeschäften wie bisher. Immerhin aber bleiben die landwirtschaftliche Bildung und Beratung im Kanton Bern unter einem Dach.

Die Entrüstung war gross, als das Amt für Landwirtschaft und Natur (Lanat) des Kantons Bern die Organisation des Inforama infrage stellte. In Bauernkreisen wollte man nichts wissen von der Idee, den Bereich der landwirtschaftlichen Beratung vom Inforama abzukoppeln und als selbstständige Abteilung direkt dem Lanat zu unterstellen. Die Beratung gehöre wie die Bildung unter das Dach des Inforama, sonst gingen Synergien verloren, hiess es. In diesem Punkt gibt Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (SP) den Bauern recht: Er hat entschieden, dass das Inforama eine Abteilung des Lanat bleibt, in der Bildung und Beratung aus einer Hand angeboten werden. Rickenbacher kam im Laufe der zuweilen emotionalen Diskussionen zur Einsicht: «Das Inforama ist eine Marke.» Die Bauern liessen sich offenbar lieber von Inforama-Mitarbeitern beraten als von «kantonalen Beratern», obwohl beide ihren Lohn vom Kanton beziehen. Neu mit Co-LeitungTrotzdem bleibt nicht alles beim Alten. Wenn Inforama-Direktor Andreas Gasser per Ende Juli in Pension geht, wird sein Posten gestrichen. Künftig werden die Leiter der Bereiche Bildung und Beratung das Inforama mit seinen sechs Standorten gemeinsam führen. Damit seien beide Bereiche in der Leitung gleichwertig vertreten, sagt Rickenbacher. Als Volkswirtschaftsdirektor komme er zudem in engeren Kontakt mit dem an der Front tätigen Schulleiter und dem Leiter der Beratung. Denn statt eines Direktors werden künftig die beiden Bereichsleiter an den Amtskonferenzen teilnehmen. Noch ist nicht entschieden, wer die Ämter der Co-Leitung besetzen wird. Die heutigen Fachbereichsleiter Robert Lehmann (Bildung) und Martin Jutzeler (Beratung) hätten «die Bereitschaft signalisiert, eine Kandidatur in Betracht zu ziehen», schreibt der Kanton. Über die Besetzung der Ämter entscheidet das Lanat «im Einverständnis» mit Rickenbacher. Bis Ende 2011 muss das Lanat zudem Doppelspurigkeiten zwischen dem Inforama und dem Landwirtschaftsamt aufspüren. So sei es etwa fraglich, ob das Inforama eine separate Kommunikationsabteilung brauche, sagt Rickenbacher, der auch andere Supportbereiche analysieren lässt. «Hauptanliegen erfüllt» Grossrat Ueli Augstburger (SVP, Gerzensee) hat als Präsident des Inforama-Schulrats die bisherigen Inforama-Strukturen an vorderster Front verteidigt. Nach Rickenbachers Entscheid zeigte er sich gestern einigermassen zufrieden, obwohl er mit Co-Leitungen nicht nur positive Erfahrungen gemacht habe. Indem Bildung und Beratung unter einem Dach bleiben, sei sein Hauptanliegen aber erfüllt. Susanne Graf>

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