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Interessanter Strom

Atomstrom. Was bedeutet es, billigen Strom zu beziehen? Alles beginnt mit dem Energieträger. Uran kommt im Boden vor. Um an dieses zu gelangen, muss es mit Wasser aus den Erzen gewonnen werden. Das nimmt den Einheimischen Land und Wasser weg und führt zu grossen Mengen radioaktiven Schlamms. Die «Rundschau» vom 8. September 2010 berichtete zudem, dass das rezyklierte Brennmaterial für die Kernkraftwerke Gösgen und Beznau mit Uran aus der Wiederaufbereitungsanlage in Majak (Russland) angereichert wird. Majak ist Sperrgebiet, vergleichbar stark verseucht wie Tschernobyl. In Atomanlagen kommt es regelmässig zu kleineren und grösseren Unfällen. Bei den meisten kommen wir glimpflich davon, von manchen erfahren wir erst später oder gar nicht. Laut den Atomkraftgegnern ist die Krebserkrankung bei Kindern unter 5 Jahren, die im 5-Kilometer-Umkreis eines AKW aufwachsen, um 60 Prozent höher als beim deutschen Durchschnitt. Die Liste von Störfällen und Unfällen ist lang, und ein Rückgang ist bis heute nicht festzustellen. Gegenüber dem «Blick» sagte Alt-Bundeskanzler Schröder (SPD): «Die Atomkraft ist eine gefährliche, auf lange Sicht teure und umweltschädliche Energieerzeugung, aus der wir schleunigst aussteigen müssen.» Die Produktion des Stromshinterlässt hoch radioaktiven Müll.Dieser strahlt bis zu einer Million Jahre lang. Solange muss der gefährliche Abfall sicher lagern. Doch gibt es weltweit kein Endlager, das dazu in der Lage wäre. Wie riskant die Endlagerung ist, zeigt ein aktuelles Beispiel. Das deutsche Atommüllendlager Asse II wurde Mitte der 60er-Jahre auf seine Tauglichkeit untersucht. In den 70ern wurden 125700 Fässer radioaktiven Mülls eingelagert. Heute droht das Salzbergwerk einzustürzen, da Wasser eindringt. Nun muss der Müll geborgen werden. Schätzungen der Kosten belaufen sich auf 6 Milliarden Euro. Ist der Strom langfristig wirklich so günstig, wenn wir die Kosten, die der Müll mit sich bringt, einbeziehen? Ist es dem Leben, der Natur und späteren Generationen gegenüber nicht rücksichtslos, nur zu überlegen, was im Moment am billigsten ist? Und, wenn ein Lager, in dem vor 40 Jahren eingelagert wurde, schon jetzt solche Probleme hervorruft, wie können wir dann glauben, dass ein Lager, das heute für sicher erklärt würde, beinahe für die Ewigkeit sicher sein soll? Wäre eine Stromlückelebensgefährlich? Ich finde den Gedanken an einen Super-GAU weitaus beängstigender als die kleinen Unannehmlichkeiten, die im Falle einer allfälligen Stromlücke entstehen könnten. Ist Atomstrom tatsächlich klimaschonend, wenn das Uran durch die halbe Welt transportiert wird und Castorbehälter erneut weite Strecken zurücklegen? Die Welt ist ein wunderbarer Planet. Mit wunderbaren Lebewesen, deren Leben und Zukunft für mich von grosser Bedeutung sind.pfeffer@thunertagblatt.ch>

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