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James Bond und Goldfinger versüssten den Abschied vom Rex

thunEin letztes Mal öffneten sich am Sonntag die Türen des alten Kinos Rex in Thun – mit vier Vorstellungen: Mit dem James- Bond-Klassiker «Goldfinger» und einem Apéro am Abend bedankten sich die Kinobetreiber Nadia und Alain Marti bei ihrem Publikum für die jahrelange Treue.

Ein letztes Mal stehen die Leute am Sonntagabend vor dem Kino Rex in der Schlange. Jedes Mal, wenn sich die Eingangstür öffnet, dringt ein Schwall Popcornduft auf die Strasse. Bereits den ganzen Sonntag über wurden im Kino zum Abschied Filmklassiker gezeigt. Drinnen im Kinosaal treffen eifrige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Abend dann die Vorbereitungen für die allerletzte Vorstellung im alten Kino Rex, bevor das Gebäude im Zuge der Überbauungen «Puls Thun» und «Rex Thun» realisiert wird (vgl. Ausgabe vom Donnerstag). Obwohl es das Ende einer Ära bedeutet, ist es nicht das Ende des Kinos Rex. Dieses wird auf Ende 2013 oder Anfang 2014 in einem neuen Gebäude gleich hinter dem alten Kino in neuem Glanz, in fünf Sälen, von denen zwei bis drei mit modernster 3-D-Technik ausgestattet werden, in neuem Glanz erstrahlen. In der Zwischenzeit werden einzig im City und im Lauitor Filme gezeigt. Goldene Kinozeiten Doch bevor es so weit ist, wirft das Geschwisterpaar Nadia und Alain Marti, die zusammen die Kino Marti AG leiten, nochmals einen Blick zurück in wahrhaft goldene Kinozeiten. Mit dem wohl berühmtesten James-Bond-Film «Goldfinger» schliessen sie den Tag ab, den sie um 10 Uhr mit «Die Herbstzeitlosen» gestartet haben. Mit insgesamt vier Filmen wollen sie sich bei ihrem Publikum für die jahrelange Treue bedanken. Das kündigen sie ihren Gästen in einer kurzen Rede vor dem Film an. «Es ist zum Glück nur ein Abschied auf Zeit», betont Alain Marti. Während des ganzen Tages sind knapp 900 Gäste erschienen, um dem alten Rex auf Wiedersehen zu sagen. Gespannt sitzen nun die Besucher der Sonntagabendvorstellung in den weichen Sesseln und warten darauf, dass die Kino-Rex-Leuchtschrift an den Wänden langsam verlöscht. Dann ist es so weit: Sean Connery, der Bond aller Bond-Darsteller, schreitet über die Leinwand, schiesst ins Publikum, rotes Blut rinnt über die Leinwand, und Shirley Bassey singt «Goldfinger», gleichzeitig räkeln sich vergoldete Schönheiten im Scheinwerferlicht. Während James Bond gegen Goldfinger kämpft, Martinis, geschüttelt und nicht gerührt, schlürft und reihenweise Frauen verführt, bleibt kurz Zeit, um ein bisschen wehmütig an die Gratis-«Titanic»-Vorstellung im völlig überfüllten Kinosaal anlässlich des 50-Jahr-Kino-Jubiläums oder an die romantischen Verabredungen im Rex zu denken. «Rex» leuchtet weiter Als Bond einmal mehr den Bösewicht zur Strecke gebracht hat, bedankt sich das Publikum mit viel Applaus bei der Familie Marti für die Zeit im Kino Rex. Martis versüssen den Gästen den Abschied dafür mit einem Apéro, zu dem alle nach der Vorstellung eingeladen sind. Sie hätten es noch gar nicht so recht realisiert, dass das Rex nun geschlossen sei, sind sich Nadia und Alain Marti einig. Auf sie wartet jetzt ein grosses Stück Arbeit. Vor dem Umbau muss das Kino geräumt werden. Die Sessel werden jedoch nicht etwa weggeworfen, sondern gehen weiter an andere Kinos, da dieses Modell nicht mehr produziert werde, und an Interessierte, die einen Sessel kaufen wollen. «Die Kino-Rex-Leuchtschrift wird», verspricht Nadia Marti, «wenn irgendwie möglich, auch im neuen Kino weiter leuchten und an die Ära des alten Kinos Rex erinnern.» Therese KrähenbühlWährend des Neubaus des Kinos Rex läuft das Programm der Kinobetriebe Marti AG in den Kinos City und Lauitor normal weiter. www.kino-thun.ch>

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