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Jordan steht für die Nachfolge bereit

Der Bankrat der Nationalbank will heute mit der Suche nach einem Nachfolger von Philipp Hildebrand beginnen. In der Poleposition befindet sich Vizepräsident Thomas Jordan.

Mit dem Rücktritt von Philipp Hildebrand als Nationalbankpräsident ist die Personaldiskussion bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) keineswegs beendet: «Ich gehe nicht davon aus, dass sich der Präsident des Bankrates, Hansueli Raggenbass, wird im Amt halten können», sagte gestern am späten Nachmittag SVP-Vizepräsident Christoph Blocher an einer kurzfristig anberaumten Medienkonferenz. Doch Raggenbass will nichts von einem schnellen Abgang wissen: «Ein Rücktritt steht derzeit nicht zur Debatte», sagte er an der Medienkonferenz, die die Nationalbank am Abend in Bern durchführte. Im Bankrat gehe es jetzt darum, die Kontinuität sicherzustellen. Doch der ehemalige Nationalrat weiss genau, dass der Druck auf ihn in den nächsten Wochen noch stark steigen dürfte. Er werde die Konsequenzen ziehen, wenn die Öffentlichkeit mehrheitlich zur Auffassung gelange, dass ein Rücktritt angezeigt sei, schob er nach. Der Vize mit Bieler Wurzeln Raggenbass und seine zehn Kollegen sind jetzt gefordert, einen Nachfolger für Philipp Hildebrand zu finden. Als Kronfavorit gilt Thomas Jordan, der Vizepräsident der Nationalbank. Der Bankrat hat ihn interimistisch mit der Führung der SNB betraut. An der gestrigen Medienkonferenz machte Jordan klar, dass er bereit ist, die definitive Nachfolge von Hildebrand zu übernehmen. Wahlgremium für das Amt ist der Bundesrat, der Bankrat hat ein Vorschlagsrecht. Der in Biel aufgewachsene Jordan gehört seit Mai 2007 dem Direktorium der Nationalbank an. Vorher war er bereits während zehn Jahren für die Notenbank tätig gewesen. Der 48-Jährige hat enge Verbindungen zu Bern: Er hat an der hiesigen Universität studiert und ist heute Honorarprofessor. Und ganz wichtig: Wie er gestern an der Medienkonferenz erklärte, hat er in den vergangenen zwei Jahren keine Devisengeschäfte auf eigene Rechnung getätigt. Externe mit Chancen Doch angesichts der Turbulenzen der letzten Tage ist es nicht ausgeschlossen, dass ein externer Kandidat zum Zug kommt. Allerdings ist das Kandidatenfeld relativ klein, denn es gibt in der Schweiz nur eine Handvoll Professoren und Banker, die sich als Experten der Geldpolitik bezeichnen können. Stefan Schnyder>

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