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Jungtalente mit viel Charme

Simone Meyer (Violine) und Martin Werner

Die 16-jährige Simone Meyer, Violine, und der 19-jährige Pianist Martin Werner verblüfften mit ihrem professionellen Spiel. Das Publikum in der voll besetzten Schlosskirche, Spiez, kam am Mittwochabend in den Genuss eines Kammermusikkonzertes, das technisch wie musikalisch höchsten Ansprüchen gerecht wurde. Die besondere Note gab dem Abend die jugendliche Frische, in welcher das reichhaltige Programm im alten Kirchengemäuer vorgetragen wurde. Drei Junge unter sich Weich und warm stieg Simone Meyer in die Sonate f-Moll op.4 für Violine und Klavier von Felix Mendelssohn ein. Einfühlsam und doch sehr ausdrucksstark kam Martin Werners Klavierspiel hinzu. Mendelssohn selbst schrieb diese Sonate im ebenfalls jugendlichen Alter von 14 Jahren. Sie ist denn auch hochklassisch geprägt. Und doch sind Mendelssohn-typische Gestaltungsweisen, besonders in den Klavierstimmen, klar erkennbar. Virtuoses Märchen Wiederum ein Jugendwerk wählte Martin Werner für sein Klaviersolostück: die Sonate e-Moll op.7, die der Klaviervirtuose Edvard Grieg mit 22 Jahren schrieb. In ihr entfalten sich Märchen, Sagen, Zaubereien, Heldengestalten, aber auch nordische Landschaftsbilder. Das «Alla Menuetto» ertönte noch neckisch – tänzerisch. Bald schon aber ging die Sonate in ein freudig erregtes Finale über, in dessen kurz aufeinander folgenden Fortissimi und Pianissimi Werner seine Musikalität subtil zum Ausdruck bringen konnte. Künstlerisch perfekt Das Auftreten von Simone Meyer ist anmutig und künstlerisch perfekt. Wie sehr die junge Geigerin mit ihrem Instrument eins ist, bewies sie im Vortrag von Eugène Ysajes Sonate e-Moll op.27, Nr.4, das er Fritz Kreisler gewidmet hatte. Das Stück schöpft fast alle Möglichkeiten einer Violine aus. Die junge Musikerin spielte einfach atemberaubend virtuos und wunderschön. Würdiger Abschied Mit Beethovens 6.Sonate, A-Dur op.30/1, beendeten die zwei faszinierenden Jungtalente ihr abwechslungsreiches Programm. In den sechs Variationen im Schlusssatz konnten die beiden im Wechselstil nochmals ihr Können voll ausschöpfen. Mit einer Zugabe von Willibald Gluck setzten sie dem geglückten Konzert noch die Krone auf. Lotte Brenner >

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