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Kaltstart und das Streben nach Energie

SC BernDem Team von Antti Törmänen reicht eine durchschnittliche Leistung zum 4:0-Erfolg gegen Biel. Vier Runden vor Qualifikationsende zeichnet sich ein Playoff-Vergleich mit den Kloten Flyers ab.

Es war quasi der Inbegriff eines Kaltstarts. Einerseits lag die Temperatur in der Berner Eishalle um den Gefrierpunkt, weshalb das Wortspiel der «Frostfinance-Arena» erstmals seit langem keiner Übertreibung gleichkam. Anderseits boten sowohl der SC Bern als auch Biel im ersten Drittel nichts Erwärmendes, geschweige denn Konstruktives. Die Spielauslösungen endeten zumeist auf der Stockschaufel eines Gegenspielers; es fehlte zudem an Härte, Tempo, Zielstrebigkeit. Die Schussstatistik von 4:7 zugunsten der Gäste lieferte nach dem Startdrittel den Beleg der beidseitigen Harmlosigkeit. «Das war eines der schlechtesten Drittel – wir waren zu Beginn wie eingefroren», sagte Antti Törmänen. Sein Team habe «mit minimalem Effort ein Maximum erreicht», ergänzte der SCB-Coach und dachte an die 19. Minute, als Andreas Hänni mittels exakten Zuspiels durch die neutrale Zone auf Ivo Rüthemann die zu weit aufgerückten Bieler Verteidiger Clarence Kparghai und Manuel Gossweiler düpiert hatte. Rüthemann enteilte, Martin Plüss vollendete, 1:0. «Danach konnten wir die Pace steigern und spielten solid», sagte Törmänen. Neuenschwanders Rückkehr Tatsächlich reichte den Bernern eine sanfte Erhöhung der Kadenz, um die inferioren Gäste problemlos in Schach zu halten. Philippe Furrer und Caryl Neuenschwander sorgten vor Spielhälfte mittels Doppelschlag innert 37 Sekunden für die Zäsur. Dank seines dritten Saisontreffers gestaltete Neuenschwander die Rückkehr nach Bern – der Stürmer hatte zuletzt sechs Partien mit dem B-Ligisten La Chaux-de-Fonds bestritten – durchwegs positiv. Der 28-Jährige konstatierte: «Tore sind immer gut für das Selbstvertrauen.» Gewiss: Selbiges bedürfte auch bei Jean-Pierre Vigier einer Aufwertung. Der Kanadier kam anstelle des überzähligen Joel Kwiatkowski zum Einsatz und verpasste einige Möglichkeiten. «Ich will in jedem Einsatz Energie ins Team bringen», sagte Vigier. Vigiers neue Rolle Bei keinem anderen Berner Akteur hat sich der Trainerwechsel von Larry Huras zu Törmänen derart nachteilig auf dessen Rolle im Team ausgewirkt wie beim kanadischen Flügelspieler – zumindest auf dem Papier. Unter Huras fungierte Vigier als Co-Captain und galt als Fixstarter. Törmänens Spielphilosophie indes ist mit den Vorzügen des Rechtsschützen nur bedingt kongruent. Vigier wurde vom Spielführer zum Temporärarbeiter, hatte vor der Partie gegen Biel dreimal als überzähliger Ausländer pausieren müssen. «Das ist hart, aber es gehört zum Job. Ich muss professionell bleiben und bereit sein, wenn mich das Team braucht», sagte Vigier. Er sei aber immer noch «eine Stimme des Teams», versuche, den Mitspielern zu helfen. «Und das Captain-Ding ist keine grosse Sache. Nun muss halt ‹Plüssi› alleine mit den Referees diskutieren», sagte Vigier schmunzelnd. Es versteht sich von selbst, dass die Situation für den Vorzeigekämpfer keineswegs zufriedenstellend ist. «Hart arbeiten, sich jeden Tag verbessern» lautet jeweils sein Credo, welches er auch in diesem Fall bemüht. Vigier hofft, dass seine Zeit noch kommen werde: «Ich liebe es, wenn die Intensität steigt», sagte er, an die Playoffs denkend. 2010 war er beim Titelgewinn ein Eckpfeiler, 2011 dokumentierte der Stürmer nach seiner Rückkehr im Halbfinal – der SCB lag gegen Kloten 0:3 im Hintertreffen – seinen Wert für das Team. 2012 könnten sich die Equipen bereits im Viertelfinal gegenüberstehen. So oder so: Für Vigier dürften es die letzten Playoffs im SCB-Dress sein. An den Diensten des Kanadiers hat nicht unerwartet Huras’ Lugano Interesse signalisiert. Über seine Zukunft mag Vigier dieser Tage aber nicht sprechen – vielmehr sagte er ebenso lapidar wie zutreffend: «Wer zu weit vorausblickt, verpasst, was in der Gegenwart passiert.»Reto Kirchhofer>

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