10 Gigabit pro Sekunde für das Oberland

Schilthorn

Das Kabelfernsehen Bödeli baut sein Netz aus. Ab 2020 stellt das Unternehmen mit seinem Systempartner Huawei flächendeckend einen neuen Standard mit ultraschnellem Internet zur Verfügung. Auf dem Schilthorn läuft das System bereits.

Huawei-Verkaufsleiter Martin Zeller, Schilthornbahn-Direktor Christoph Egger und Walter A. Balmer, CEO der Kabelfernsehen Bödeli AG,gestern auf dem Schilthorn, das neuerdings mit der neuesten Datentransfer-Technologie ausgerüstet ist.

Huawei-Verkaufsleiter Martin Zeller, Schilthornbahn-Direktor Christoph Egger und Walter A. Balmer, CEO der Kabelfernsehen Bödeli AG,gestern auf dem Schilthorn, das neuerdings mit der neuesten Datentransfer-Technologie ausgerüstet ist.

(Bild: Christoph Buchs)

Das Bergpanorama, das markante Drehrestaurant, die Figur von George Lazenby als James Bond auf der Schilthornterrasse, der «Thrill Walk» auf Birg: Wer als Tourist im Schilthorngebiet unterwegs ist, findet Fotosujets, wo das Auge hinreicht. In Sekundenschnelle werden diese Bilder und Filme in den sozialen Medien gepostet. Hundertfach, jeden Tag.

Dies erfordert natürlich eine entsprechend schnelle Internetverbindung. Auch auf «Piz Gloria», fast 3000 Meter über Meer. Schilthornbahn-Direktor Christoph Egger weiss um die Bedürfnisse seiner Gäste, von denen viele aus dem asiatischen Raum stammen und die entsprechend online vernetzt sind. «Der Datentransfer und damit der Breitbandbedarf ist in den letzten Jahren stark angestiegen», so Egger. Dabei sind es nicht nur die Touristen, die sich jederzeit und unkompliziert in ein schnelles Wifi-Netz einwählen wollen. Sondern auch das Bahnunternehmen selber setzt auf moderne und schnelle Kommunikationstechnik.

Wo früher Informationstafeln über die nächste Abfahrtszeit und den Pistenzustand Auskunft gaben, flimmern heute Bildschirme, die sich mit wenigen Mausklicks aktualisieren lassen. «Auch unsere Bahnmitarbeiter sind technologisch modern ausgerüstet», sagte Egger gestern an einer Medienkonferenz auf dem Schilthorn. Er erzählte von Handwerkern, die sich etwa während Reparaturen von einem zweiten Mitarbeiter wichtige Informationen auf eine Smart-Glass-Brille projizieren lassen können, «anstatt wie bisher mit dem Handy im Nacken telefonieren zu müssen».

«Der neue Standard»

Ein steter Anstieg der Bedürfnisse von Kunden erfordert auch einen steten Ausbau des Angebots vonseiten der Dienstleister. Die Kabelfernsehen Bödeli AG versorgt seit gestern den Schilthorngipfel mit einem symmetrischen Link, der den gesamthaften Download von 10 Gigabit pro Sekunde erlaubt. Das Unternehmen nutzt hierfür das eigene Glasfaserkabelnetz.

Als Systempartner wurde die chinesische Telekommunikationsfirma Huawei an Bord geholt. «Andere Systemanbieter befinden sich noch in der Konzeptphase», begründet Walter A. Balmer, CEO der Kabelfernsehen Bödeli AG, diese Wahl. Huawei hingegen habe «eine ausgereifte Lösung und mehrere Jahre Erfahrung» mitgebracht. Gemäss Martin Zeller, Verkaufsleiter von Huawei in der Schweiz, wurden hierzulande schon diverse Liegenschaften – vor allem Spitäler und Hotels – mit dem neuen 10-Gigabit-System ausgerüstet. «Dies wird ab nächstem Jahr der neue Standard sein.»

Flächendeckendes Angebot

Martin Zeller stellte auch das neue Wireless-System Wifi 6 vor. Dieses bietet eine bis zu viermal grössere Bandbreite und kürzere Latenzzeiten. Zusätzlich können wesentlich mehr Teilnehmer über den gleichen Router bedient werden als bisher. «Hinsichtlich des kommenden Weihnachtsgeschäfts werden Handys, Laptops und Tablets mit Wifi 6 kompatibel gemacht», so Zeller. Dies sei überdies aufgrund der deutlich geringeren Strahlenbelastung eine gute Alternative zum kontrovers diskutierten Mobilnetzstandard 5G.

Wie hoch die Investitionen der Schilthornbahn in ihre digitale Aufrüstung sind, weiss Christoph Egger noch nicht. «Aber ich verspreche mir dadurch auch Einsparungen in anderen Bereichen.» Die Kabelfernsehen Bödeli AG will den neuen superschnellen Standard ab nächstem Jahr flächendeckend an all ihren 300 Glasfaser-Endpunkten im ganzen Erschliessungsgebiet anbieten.

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