50 Streifen von Rot auf Grün verbessert

Nach einer Serie von tödlichen Unfällen liess der Kanton Bern 2013 alle Fussgängerstreifen überprüfen. 50 der 500 als gefährlich eingestuften Streifen wurden seither verbessert.

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Am 2.November 2011 starben auf Berner Strassen drei Fussgänger: In Worb wurde ein 10-jähriger Schüler auf einem Fussgängerstreifen überfahren. Der betagte Autofahrer steht seit Dienstag vor Gericht. Ebenfalls am 2.November 2011 erfasste in Ittigen ein Lastwagen einen 8-jährigen Buben, der auf dem Weg zur Schule war. Und in der Nähe von Heimiswil wurde eine 58-jährige Frau totgefahren. Die Unfallserie auf Fussgängerstreifen ging im Dezember 2011 weiter. Eine 27-jährige Frau starb beim Überqueren der Strasse in Brienz, ein 34-jähriger Familienvater in Täuffelen.

Kanton überprüfte alle Fussgängerstreifen

Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion liess in der Folge alle 3100 Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen überprüfen. Im Frühjahr 2013 wurden die Ergebnisse veröffentlicht: Vier Fünftel der Streifen wurden von den Fachleuten als sicher beurteilt, bei einem Fünftel orteten sie Handlungsbedarf.

500 Streifen im Bereich «Rot-Rot»

Seither habe man intensiv an der Verbesserung der als gefährlich eingestuften Fussgängerstreifen gearbeitet, sagte gestern Kantonsoberingenieur Stefan Studer auf Anfrage. Von den Streifen «mit Handlungsbedarf» werden 500 prioritär behandelt, weil sie auf Schulwegen liegen und als «rot-rot» eingestuft wurden, also als gefährlich. Zehn Prozent davon seien inzwischen im grünen Bereich und erfüllten alle Normen, sagt Studer.

Bei einem Viertel der als ungenügend bezeichneten Fussgängerstreifen läuft die Realisierungsphase von Verbesserungen. «Die restlichen Übergänge befinden sich in der Projektierungsphase respektive werden abgeklärt.» Verantwortlich ist der Kanton, da alle überprüften Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen liegen. «Wir arbeiten aber eng mit der jeweils betroffenen Gemeinde zusammen», sagt Studer. Die bemängelten Übergänge seien über das ganze Kantonsgebiet verteilt. Man habe keine Häufung feststellen können.

Von einfachen Massnahmen bis Umbauten

Etwa die Hälfte der gefährlichen Fussgängerstreifen könnten mit einfachen Massnahmen deutlich verbessert werden, so Studer. «Manchmal reicht es, wenn man eine Hecke zurückschneidet, welche die Sicht versperrt, oder einen Parkplatz aufhebt.» Einfache bauliche Massnahmen sind bei ungefähr einem Viertel der Streifen nötig. Das kann zum Beispiel eine bessere Beleuchtung sein. Bei den restlichen Streifen sind aufwendigere Massnahmen nötig, die vor der Umsetzung auch öffentlich aufgelegt werden müssen. Eine neue Mittelinsel wäre ein solches Projekt.

Beim Kanton nehme man die Ergebnisse der Überprüfung und die Verbesserung der Fussgängerstreifen sehr ernst, sagt Studer. Aber auch das Verhalten sei sehr wichtig: «Der beste Fussgängerstreifen nützt nichts, wenn sich Autofahrer, Fussgänger oder Velofahrer nicht an die Regeln halten und nicht aufeinander Rücksicht nehmen.»

Berner Zeitung

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