Basel-Fans dürfen nicht zum Stadion

Vier Fans des FC Basel sind vor dem bernischen Verwaltungsgericht abgeblitzt. Die Kantonspolizei habe ihnen zu Recht Rayonverbot erteilt, befindet das Gericht.

Vier Basler Fans wurden mit einem Rayonverbot belegt, nachdem sie gegenüber einem YB-Fan gewalttätig wurden. (Symbolbild)

Vier Basler Fans wurden mit einem Rayonverbot belegt, nachdem sie gegenüber einem YB-Fan gewalttätig wurden. (Symbolbild)

(Bild: Keystone)

Die Berner Kantonspolizei hat gegen vier FC-Basel-Fans zu Recht Rayonverbote ausgesprochen. Zu diesem Schluss kommt das bernische Verwaltungsgericht in einem gestern veröffentlichten Urteil. Das Verbot bedeutet, dass sich die FCB-Supporter vier Stunden vor und vier Stunden nach den Matches der ersten Mannschaft nicht in der Nähe der Stadien in Bern, Thun, Aarau, Luzern, St. Gallen und beim Stadion Letzigrund in Zürich aufhalten dürfen. Dieses Verbot gilt seit dem 17. April 2015 für zwei Jahre.

Die vier FCB-Fans hatten sich auf juristischem Weg gegen die Rayonverbote gewehrt, blitzten aber vor dem Verwaltungsgericht ab. «Die Beschwerdeführer haben mit ihrem Verhalten veranlasst, dass gegen sie Rayonverbote verhängt wurden», heisst es im schriftlichen Urteil.

Faustschläge und Fusstritte

Die vier Männer waren am 18. Oktober 2014 ins Visier der Polizei geraten, weil ein Kapo-Mitarbeiter, der nicht im Dienst war, sie dabei beobachtet hatte, wie sie einen Mann verprügelten. Die Basler traktierten den Mann vor dem Meisterschaftsspiel YB—Basel mit Faustschlägen und Fusstritten.

Ereignet hatte sich die Attacke vor dem Kiosk an der Ecke Moserstrasse/Spitalackerstrasse im Breitenrainquartier. «Die Beschwerdeführer versuchen erfolglos, ihr Verhalten zu bagatellisieren», hält das Verwaltungsgericht im Urteil fest. Sie müssten sich vorwerfen lassen, mit heftigen Schlägen gegen Kopf und Körper des Opfers «unmittelbar auf einen Menschen eingewirkt und damit dessen körperliche Integrität verletzt zu haben».

Opfer machte keine Anzeige

Die vier Basler machten geltend, ein Rayonverbot sei unzulässig, wenn in einem Strafverfahren kein strafbares Verhalten nachweisbar sei. Das entspreche einem Freispruch. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafanzeige der Polizei gegen die vier fallen lassen.

Dem hält das Verwaltungsgericht entgegen, das Strafrecht sei das eine. Rayonverbote seien etwas anderes, nämlich verwaltungsrechtliche Sanktionen, die nicht zwingend eine strafrechtliche Verurteilung voraussetzten. Zudem habe die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die vier Basler nur fallen gelassen, weil sie keinen ausreichenden Tatverdacht für ein Offizialdelikt wie etwa schwere Körperverletzung erkannt habe. Die Staatsanwaltschaft habe aber in ihrer Einstellungsverfügung nicht ausgeschlossen, dass die Basler gegen einen YB-Fan Gewalt angewendet hätten. Nur habe sich dieser Berner nicht finden lassen und keine Strafanzeige eingereicht.

Hooligan-Konkordat greift

In seinem Bericht hatte der Polizist festgehalten, die vier Basler seien «in einer Art Pulk» auf den Berner losgegangen. Durch den «heftigen Angriff» sei eine grosse Verletzungsgefahr entstanden. Der Angriff habe aber nur wenige Sekunden gedauert.

Dieser Bericht sei glaubwürdig, schreibt das Verwaltungsgericht. Er begründe den Verdacht der Polizei hinreichend, dass sich die Basler gewalttätig verhalten hätten. Rayonverbote können im Rahmen des Hooligan-Konkordats verhängt werden.

mm/sda

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