Antener und Rickenbacher übernehmen

Der Kanton Bern regelt seine Vertretung bei den Unternehmen BLS und BKW neu. Sowohl beim Bahn- als auch beim Energiekonzern ersetzen Sozialdemokraten die scheidende SP-Regierungsrätin Barbara Egger.

Bernhard Antener (links) und Andreas Rickenbacher werden Kantonsvertreter.

Bernhard Antener (links) und Andreas Rickenbacher werden Kantonsvertreter.

(Bild: S. Anderegg / A. Blatter)

Er präsidierte die unabhängige Begleitgruppe, die im Auftrag der BLS den richtigen Standort für die umstrittene neue Werkstätte finden sollte. Und nun wechselt er die Seiten: Gestern Abend gab die Berner Regierung bekannt, dass Alt-Grossrat Bernhard Antener den Kanton ab 1. Juni im Verwaltungsrat der BLS vertreten soll. Der SP-Politiker und Anwalt aus Langnau löst die scheidende Regierungsrätin Barbara Egger ab, auch sie Mitglied der SP.

Und plötzlich stellt sich die Frage, wie unabhängig unter diesen Vorzeichen Anteners Rolle in der Begleitgruppe wirklich war. Zumal das Gremium seinen Zusatzauftrag erst Anfang Februar und damit zu einer Zeit abgeschlossen hat, in der die Kandidatur bereits in der Luft lag. Er habe diese Frage auch gestellt, als er von Bern für das Amt kontaktiert worden sei, sagte Antener auf ­Anfrage – um gleich festzuhalten: Offenbar sehe die Regierung kein Problem. «Sonst wäre ich kaum gewählt worden.»

Persönlich sehe er die Problematik auch nicht, fuhr er fort. Die Begleitgruppe habe ihre Hauptarbeit bereits im Herbst 2016 abgeschlossen, als noch niemand von seiner neuen Aufgabe gesprochen habe. Und ja, über die Begleitgruppe habe er Einblick in die Firma BLS erhalten, aber nein: Vollständig seien diese Eindrücke nie und nimmer gewesen. «Ich lernte nur einen eng begrenzten Teil kennen.»

In ihrem Communiqué nennt die Regierung noch ganz andere Qualifikationen. Als Vizepräsident des Verbandes Bernischer Gemeinden sei Antenter mit den Verhältnissen im Kanton vertraut. Zudem verfüge er «aus seiner Tätigkeit (. . .) über die für das Amt als wichtig erachtete Nähe zur kantonalen Exekutive».

Weiterer Job für Rickenbacher

Antener blieb gestern nicht der Einzige, der künftig den Kanton Bern neu in einem staatsnahen Unternehmen vertreten wird. Schon länger hat die Regierung beschlossen, dass diese Mandate nicht mehr von ihr selber direkt, sondern von externen Vertretern wahrgenommen werden sollen. In diesem Sinn besetzte sie nun auch den Sitz beim Energiekonzern BKW neu. Hier übernimmt Alt-Regierungsrat Andreas Rickenbacher, ebenfalls ein SPler und damit Parteigenosse der abtretenden Barbara Egger.

Der ehemalige Volkswirtschaftsdirektor scheidet gleichzeitig aus dem Verwaltungsrat der nationalen Stromnetzgesellschaft Swissgrid aus. Er ist seit seinem Rücktritt aus dem Regierungsrat im Jahr 2016 selbstständiger Unternehmer und Mitglied verschiedener Verwaltungsräte, so auch bei Aebi Schmidt oder der Bernexpo.

Der Verwaltungsrat der BKW bedankt sich in einem Communiqué bei Egger. Sie habe während der letzten 16 Jahre stets die unternehmerischen Entwicklungen der BKW unterstützt und dabei die Interessen des Kantons umsichtig in den Verwaltungsrat eingebracht. In diese Zeit fiel auch der epochale Entscheid, das Atomkraftwerk Mühleberg Ende 2019 stillzulegen. Kritik des Gewerbes löste die Strategie aus, dass die BKW ihr Dienstleistungsgeschäft ausbaut und dazu reihenweise private Ingenieurbüros und Gebäudetechnikfirmen aufkauft.

Zwei Unternehmerinnen

Neben Egger kommt es im Verwaltungsrat der BKW zu zwei weiteren Abgängen: Die langjährigen Mitglieder Georges Bindschedler und Marc-Alain Affolter treten an der Generalversammlung zurück. Der Verwaltungsrat schlägt zwei Unternehmerinnen zur Zuwahl vor: Carole Ackermann und Rebecca Guntern.

Ackermann ist Chefin einer Investmentgesellschaft, die wissenschaftliche Erkenntnisse in unternehmerisches Handeln fliessen lassen will. Guntern verfügt über 15 Jahre Führungserfahrung in der Pharma- und Gesundheitsindustrie. Seit 2015 ist sie Chefin der Novartis-Generikatochter Sandoz Schweiz.

Berner Zeitung

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